Ja – ich lebe!

Eigentlich wollte ich heute über ein anderes Thema schreiben, aber dieses hier hat sich schlicht und ergreifend auf penetrante Art und Weise aufgedrängelt, sodass ich ihm den Vortritt gegeben habe. Ich möchte heute über das schöne Frühlingswetter schreiben. Ja, genau, richtig gelesen. Das Wetter. Oh, ich weiß schon, was einige jetzt denken: der fällt nix mehr ein, muss halt das Wetter herhalten.

Aber, Freunde des guten Geschmacks: schaut doch mal raus. Die Sonne. Sie scheint. Es ist nicht zu glauben. Und Temperaturtechnisch bewegen wir uns auch im positiven Bereich. Wer konnte denn ahnen, dass das nochmal was wird mit dem Frühling. Ich hatte ehrlich gesagt schon Angst, dass die gute alte Sonne bei den Sparplänen der Regierung mit unter die Räder gekommen ist. Oder gar abgeschafft wurde. Immerhin hat sie im Regelsatz für Hartz IV Empfänger nichts zu suchen. Die hätten ja mehr davon als die arbeitende Bevölkerung, und das geht nun gar nicht….

Nein, Spaß beiseite. Ich habe gerade – das erste Mal in diesem Jahr – das Gefühl zu leben. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und ich bin dabei, ein wenig Vitamin D auf meinem Balkon zu tanken. Dieser Umstand gibt mir so viel Lebensfreude und Energie, das es fast nicht in Worte zu fassen ist. Gott, wie ist das Leben schön. Ok, es ist noch alles ein wenig grau und trist, aber Shit Happens, auch das wird noch. Und für alle, die nach einer solch langen und trostlosen Winterphase nicht mehr wissen, was das ist, was da gerade draußen abgeht, einige Merkmale dieser Jahreszeit : Sonne, milde Temperaturen, erste Blumen, die Blätter wachsen an Bäumen und Sträuchern, die Vögel zwitschern und man sollte nun schnellstmöglich Fliegengitter für die Fenster kaufen.

Bei solch einem positiven Wetter werden auch meine hausfraulichen Aktivitäten gleich intensiver. Der Staub ist grob entfernt, die Waschmaschine läuft und ich habe das Spielzeug von meinem Sohnemann aufgeräumt und sortiert. Der wird sich sicherlich vor Freude kaum halten können, wenn er sieht, dass seine alte Mama (so nennt er mich) sein ihm heiliges Chaos beseitigt hat. Als Bestrafung dafür wird er mich wohl 10 Minuten ignorieren. Aber auch das wird mir heute meine gute Laune nicht verderben können.

In diesem Sinne: geniest das schöne Wetter. Wer weiß, ob es nicht doch noch wegdiskutiert wird….

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 25. Februar 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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