MC die zweite

Eigentlich wollte ich zuerst meine alten Erlebnisse aus dem allseits beliebten Burgertempel aufarbeiten und zum Besten geben, bevor ich mit neuen Storys auf warte. Aber aus aktuellem Anlass muss ich diese Pläne noch ein wenig zurückstellen. Denn Freunde, heute ist Montag. Und Montag ist Fastfood Tag. Und wie nicht anders zu erwarten, lief auch bei meinem heutigen Besuch nicht alles ganz so glatt. Nun sitze ich hier in meinem Tempel der Geschmacklosigkeit, das BlackBerry im Anschlag (hach wie schön) und schreibe für euch die neuesten Erkenntnisse über die fachlichen Qualitäten des Personals auf. Sozusagen live vor Ort.

Mein Sohn spielt mit seinen gerade erstandenen neuen Plastikgebilden und ich kann meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Ein perfekter Tag. Wäre da nicht das immer wiederkehrende Problem mit der Bestellung. Wir haben heute mal was ganz spektakuläres probiert. Mutig wie ich war, habe ich einen Gutschein eingelöst. Ja, ja, ein wirklich großer Schritt. Nicht für mich –aber ihr wisst ja – das Personal. Ich entschied mich für einen Gutschein über zwei Happy Meals. Gleicher Inhalt wie immer. Wir wollen es ja nicht zu kompliziert machen. Chicken Nuggets, Fruchttüte, Fanta und wie immer – für Mutti einen schwarzen Tee. Der Chef persönlich hinter dem Tresen. Ich fühlte mich geehrt und hatte Hoffnung, dass es ansatzweise reibungslos abläuft. Er suchte auch schnell alles zusammen und kannte sein Sortiment sogar so gut, dass ich ihn nicht darüber aufklären musste, dass Tee geführt wird. Nein, alles bestens. Fast. Wir suchten uns einen Platz, ich packte für meinen Sohn die Köstlichkeiten aus und da war er wieder. Mein Albtraum, der mich seit Jahren verfolgt. Denn was fehlte? Die Fruchttüten. Dafür hat er uns freundlicher Weise zwei Mal Pommes mitgegeben. Eieiei. Es hätte ja mal klappen können. Nun ja, mein Kleiner ist mit dem ganzen Krempel wieder Richtung Tresen – er hat die Reklamationen inzwischen komplett übernommen, da er weiß, dass sich mein Blutdruck dabei in gefährlichen Regionen bewegt – und hat sein Anliegen vorgetragen. Das Resultat: zwei Fruchttüten und Pommes satt für die nächsten zwei Monate. Denn die durften wir auch behalten.

In diesem Sinne: Guten Appetit

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 8. März 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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