Neue – oder alte? – Geschichten aus dem Burgerland

Hallo ihr Lieben,

heute ist mal wieder Montag  – und Montag ist bekanntlich Fastfoodtag.

Für mich ein ganz normaler Tag, nichts neues von der Burgerfront. Die Bedienung wie immer mit Wissenslücken im Bereich des Teesortiments. Eine besser geschulte Mitarbeiterin eilte freundlicher Weise zur Hilfe und gab die entscheidenden Hinweise bezüglich des Tees, um einen einigermaßen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Tja, und darum habe ich heute keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden und kann endlich mal anfangen, kleine und große Fehltritte aus der Vergangenheit aufzuwärmen.

Fangen wir einfach mal ganz locker mit einem Erlebnis an, wo ich allen Ernstes nach der versteckten Kamera gesucht habe. Denn ich bin felsenfest davon ausgegangen, dass die mich verarschen.

Ich stand am Tresen, einige Kunden vor mir und wartete sehnsüchtig darauf, meine Bestellung aufgeben zu können. Soweit alles ganz normal. Als ich dann endlich dran war, schaute mich die Mitarbeiterin an – nein, sie starrte mich an – drehte sich um und ging einfach weg. Tja, und da stand ich dann so rum. Und wartete auf die Dinge, die da eventuell kommen könnten. Leider kam nichts. Auch die Mitarbeiterin nicht. Die war einfach verschwunden. Es war auch nicht so, dass sie vor ihrem plötzlichen Abgang vielleicht ein paar Worte in meine Richtung gesprochen hätte. So nach dem Motto: „Entschuldigen Sie mich bitte kurz, ich muss nur mal schnell ein Leben retten.“ Nein, sie ging einfach weg und ich stand da und machte ein dummes Gesicht. Nach 5 Minuten fragte ich dann mal zaghaft an der Nachbarkasse an, ob das hier an meiner Kasse heute noch was wird, oder ob ich mich lieber an einer anderen Kasse anstellen sollte. Aber auch diese Mitarbeiterin wollte oder konnte mir meine Frage nicht beantworten. Nach weiteren 5 Minuten zog ich es dann vor, das Lokal zu verlassen. Ohne Happy Meal und Tee, dafür mit 5 Euro mehr im Portemonnaie, denn die hatte ich nun gespart. Die Mitarbeiterin habe ich bis heute nicht wieder gesehen. Vielleicht läuft sie mir irgendwann doch noch mal über den Weg. Ich hätte einige Fragen an sie.

Dann wagte ich es mal, ein Frühstück in den heiligen Hallen einzunehmen. Mit meiner Schwester im Schlepptau wollte ich das damals neue Frühstücksangebot testen. Denn es gab einige neue Produkte zu entdecken und auf Genießbarkeit zu untersuchen. Wir gaben ganz normal unsere Bestellung auf und die Mitarbeiterin hatte – während sie auf die Fertigstellung unserer Auswahl wartete – nichts Besseres zu tun, als mit ihrer Kollegin lautstark darüber zu diskutieren, warum nur alle immer diese Toasties bestellen. Die schmecken doch nun wirklich Scheiße. Ja das waren ihre Worte, ich habe sie extra aufgeschrieben. Ich muss sicherlich nicht erwähnen, dass wir genau solche Toasties bestellt hatten und das Gespräch ohne große Anstrengungen verfolgen konnten.

So, aber das Beste habe ich mir natürlich für den Schluss aufgehoben. Ein Ding, wo ich schon das Telefon im Anschlag hatte und das Gesundheitsamt informieren wollte. Eine Mitarbeiterin ging die Toiletten kontrollieren und sicherlich auch reinigen. Das ist auch sehr löblich, denn ich kenne auch Restaurants, wo dies nicht zum Standard gehört und ich das stille Örtchen nicht benutze, da ich keine Lust auf ansteckende Krankheiten habe. Hier in meiner Filiale war dies glücklicher Weise nicht so. Alles immer sehr sauber. Ok, die Mitarbeiterin hatte einen blauen Lappen in der Hand, als sie zielstrebig auf die Örtlichkeiten zusteuerte. Leider hat sie nach der Inspektion genau diesen blauen Lappen auch dafür benutzt, um die Tische abzuwischen. Hm, nicht ganz so lecker und sicherlich auch nicht in den Hygienevorschriften so vermerkt. Nun ja, dazu werde ich jetzt nicht meine Meinung kundtun.

Eines frage ich mich immer wieder, wenn ich vor diesem Restaurant stehe: wie kann man sowas nur so versauen. Die haben eine top Lage, zentral, verkehrsgünstig, alles supi. Wenn die nun noch das Wort „Service“ erfinden würden, könnte das durchaus eine Goldgrube sein. Tja, aber wie sagt man so schön: wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre…

Habt ihr auch schon solche Dinge erlebt? Ihr dürft sie mir gerne schreiben und ich stelle sie hier im Blog für alle anderen Leser bereit.

In diesem Sinne: nicht verzweifeln.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 15. März 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Ah, Service. Dass Mitarbeiterinnen vor den Kunden die Nachteile ihrer Produkte diskutieren ist eines, aber das mit dem Waschlappen ist eher … würg. Manche Dinge *will* man einfach nicht wissen. 😦

  2. Ja, das stimmt. Es gibt Dinge, über die möchte man nicht zu genau nachdenken. Vielen Dank für Deinen lieben Eintrag.

    Anna

Hier darfst Du schreiben!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: