Des Einen Freud – des Anderen Leid

Das Pfund schwächelt. Nein, nicht das Pfund als Maßeinheit (Gewicht), das ist geeicht und unterliegt keinen Schwankungen, sondern das Englische. Offizielles Zahlungsmittel im Vereinigten Königreich und mit dem Counterfeit unserer allseits bekannten und geschätzten Königin Elisabeth II. versehen. Ich beobachte das nun schon seit vielen Monaten und konnte diesen positiven Umstand inzwischen mehrmals zu meinen Vorteilen nutzen. Positiv natürlich nur für ausländische Investoren. Ich investiere sehr gerne in England. Bin nämlich ein großer Fan dieser Insel. Mein Rückzugsort. Am liebsten investiere ich in die Textilindustrie. Typisch Frau halt. Mehrmals im Jahr ziehe ich mich dorthin zurück, erhole mich und tanke neue Kraft. Meine Lieblingsstadt ist natürlich London. Ich bin ein Kind der Stadt. Für mich bedeutet Erholung, wenn ich in Kaffees und Parks sitzen kann, wenn ich lesen und schreiben kann wann und wo ich möchte, wenn ich unzählige Möglichkeiten zum Essen vorfinde und einfach sein kann, wie ich bin. All das und noch viel mehr bietet mir London.

Nun habe ich gelesen, dass ganz gewiefte Börsianer darauf spekulieren, dass das Pfund noch weiter fällt. Ich bin mal gespannt. Mein nächster Trip ist schon gebucht und ich hoffe inständig, einen verbraucherfreundlichen Kurs vorzufinden. Ob man wirklich auf einen noch besseren Kurs hoffen darf, bezweifle ich. Aber ich behalte das Ganze im Auge und schaue jeden Tag nach dem Rechten. Um im entscheidenden Moment, bei einem weiteren deutlichen Ausschlag in positive Richtung, zuschlagen zu können und einige meiner schwer verdienten Euronen in Inselgeld tauschen zu können.

In diesem Sinne: immer schön wachsam bleiben.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 24. März 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Hallo Anna,
    scheinbar sind Negativwetten an der Weltbörsen gerade En Vogue. Negativwetten gegen Griechenland, Negativwetten gegen den Euro, Negativwetten gegen das Britische Pfund… ich frage mich, was denn im Verhältnis bitte steigen soll, wenn alles fällt? ^^ Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg bei Deinen Investitionen.

    Liebe Grüße
    Annabell

  2. Liebe Annabell,

    die Wirtschaftskrise macht´s möglich. Das es dabei immer Verlierer gibt, ist leider so. Ich hoffe auch, das alles bald wieder ein wenig stabiler wird und gerade die Leute, die mit fremder Leute Geld spekulieren, genau das bekommen, was sie verdient haben. Nämlich nichts.

    Liebe Grüße
    Anna

  3. Liebe Anna,

    unabhängig vom Pfund-Kurs darf man nicht vergessen, wie viel günstiger Klamotten in London (und ganz England) zu haben sind! Was man da Geld sparen kann…

    Grüße
    Anhora (auch England-Fan)

  4. Liebe Anhora,

    oh, wie recht du hast. Darum lege ich mein Geld ja auch in Kleidung an. Lach. Ich liebe es einfach, dort shoppen zu gehen. Alleine die Möglichkeiten…

    Liebe Grüße
    Anna

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