Higher Love

Was jetzt kommt, ist noch ein wenig holprig und noch lange nicht fertig. Aber als kleines Ostergeschenk wollte ich es hier schon einmal veröffentlichen. Ich schwöre, ich arbeite nochmal daran. Seht es einfach als den Anfang einer langen Geschichte…

Im Hintergrund läuft gerade die „Music for the Masses“ und ich habe jetzt 44:02 Minuten Zeit, euch meine Geschichte zu erzählen. Meine Geschichte als Depeche Mode Fan. Denn genau so lang ist diese geniale Scheibe. Ich schiebe diesen Bericht schon ewig vor mir her, nun wird es Zeit, mein Versprechen einzulösen.

Mit exakt dieser LP fing  mein Leben als Depeche Mode Fan an. Wir schreiben das Jahr 1988. Ich war 14 Jahre alt und lebte in der DDR. Musikalisch war hier nicht allzu viel los. Ich konnte zwar RIAS2 empfangen und im Fernsehen lief dank „Westfernsehen“ die Sendung Formel 1, was den Plattenkauf anging, war hier aber eher Niemandsland. Amiga veröffentlichte nur ganz wenige westliche Künstler. Und selbst wenn es mal solch eine heiße Scheibe gab, dann nur über gute Beziehungen und unter dem Ladentisch. Mein Opi war ein regelmäßiger „Grenzgänger“. Da er gebürtig aus dem Westerwald war, durfte er mehrmals im Jahr in den Westen reisen und seine Familie besuchen. Was mir bis auf Strumpfhosen mit Muster und Digitaluhren jedoch nicht viel einbrachte. Denn eine Bravo oder ähnliches brachte er mir nie von seinen Reisen mit. Solch „heiße Ware“ wollte er nicht transportieren. Und somit musste ich mich wohl oder übel mit dem Musikgeschenken meiner westlichen Verwandtschaft abgeben. Um es kurz zu machen – wir hatten eindeutig nicht den gleichen Geschmack. Trotzdem muss ich sagen, dass ich sehr gerne in der DDR gelebt habe. Mir ging es hier sehr gut. Aber das soll nicht das Thema sein.

Im Sommer des genannten Jahres fuhr ich mit einigen Schülern der 9. Und 10. Klasse unserer Schule 2 Wochen zu einem Ernteeinsatz. Das Ganze hieß damals „Lager für Arbeit und Erholung“ und war in Mönchspfiffel. Das liegt in der Nähe von Sangerhausen. Egal wie schlimm wie das Ganze wahrscheinlich klingt – es war richtig toll. Vormittags haben wir ein paar Gurken geerntet, und ab dem Mittagsessen konnten wir machen was wir wollten. Was wir natürlich auch ausführlich getan haben. Zusätzlich gab es noch Geld dafür. Was will man mehr. Wir waren eine super Truppe. Denn schon in der Schule hatten wir uns zusammengetan und uns geschlossen für diese Aktion gemeldet. Also keine bösen Überraschungen.

In unserer Reisegesellschaft gab es einige Depeche Mode Fans. Wenn ich ehrlich bin, fand ich die Musik damals auch schon gut. In der Schulhofpause während der 3. Und 4. Unterrichtsstunde hatten sich einige Mitschüler als „Schulfunk“ versucht und über Boxen unseren Schulhof mit Musik versorgt. Mit ganz viel Depeche Mode. Da Anna aber immer dafür bekannt war, dass sie kein Mitläufer ist, konnte ich natürlich nicht zugeben, dass ich die Musik auch mag. Ich stand damals offiziell auf Michael Jackson. Und Matt Biondi. Der Name ist wahrscheinlich gerade nicht so geläufig. Ich will es kurz erklären. Matt Biondi hat 1988 bei den Olympischen Sommerspielen in Seoul für Amerika etliche Medaillen im Schwimmen gewonnen. Ich fand ihn einfach toll. Breites Kreuz und breites grinsen. Ja, darauf steht Anna. Lach.

Hach, gerade kommt Little15. Mir hängen schon wieder die Tränen in den Augen – aber ich muss hier weiter schreiben. Sonst wird das nix mehr. Zu lange schiebe ich das schon vor mir her. Ok, weiter im Text.

Auf jeden Fall sind wir zu diesem Arbeitseinsatz gefahren und hatten eine Menge Spaß. Wir haben gefeiert und Tischtennis gespielt, morgens lagen wir total müde im Gurkenfeld und konnten nicht mehr. Eine geniale Zeit. Genau in diesen Zeitraum fiel der Geburtstag von Martin Gore. Da ja Fans mit an Bord waren, war klar, dass dies gefeiert werden muss. Mit allem was dazu gehört. Nun hatte ich natürlich ein kleines Problem. Denn offiziell war ich ja kein Fan, wollte aber natürlich unbedingt mitfeiern. Ui, nur wie sollte ich das erklären. Noch dazu war just an diesem Abend in Allstedt (ein Nachbarort) Rollschuhdisko und im Fernsehen lief American Werewolf. Ich war also eindeutig in einer Zwickmühle. Um nicht allzu sehr aufzufallen, fuhr ich erst mit ein paar Freunden zu dieser Rollschuhdisko. Dort drückte ich mich ein wenig rum und entschied dann gegen 22 Uhr zurückzufahren. Die Party reizte mich und ich wollte dabei sein. Da keiner der anderen Diskobesucher schon zurück wollte, musste ich mich alleine auf den Weg machen. Zu Fuß – ja, zu Fuß – bin ich zurück. Genau noch in richtigen Moment, um auf Martins Geburtstag anzustoßen. Die Musik lief, an diesem Abend natürlich die Songs, die Martin singt und um mich war es endgültig geschehen. Nun konnte ich es nicht mehr verheimlichen und hatte mich offiziell den Modes angeschlossen. Es war ein perfekter Abend, den ich nie in meinem Leben vergessen werde.

Seit diesem Moment, dem 23.07.1988 bin ich ganz legitim Fan dieser Band. Martin hat mich dabei immer am meisten fasziniert. Irgendwie kann ich mich mit ihm am ehesten identifizieren. Seine ruhige Art…. Ich bin kein Groupie. Wer Geschichten von mir erwartet, nach dem Motto:“ der ist so süß, ich liebe ihn einfach“ wird lange warten müssen. Denn das gibt es bei mir nicht. Ich mag die Musik, das ist es was mich bewegt. Mich interessiert nicht, was wer privat macht oder wer mit wem verkehrt. Ich will das, was musikalisch dabei heraus kommt. Und da bin ich auch eine große Sammlerin. Alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist, wird von mir gesammelt.

Damals habe ich mir auf ganz komplizierte Art die Kassetten der anderen Fans überspielt, um überhaupt erst einmal ein paar Songs zu haben. Die „Music fort the Masses“ war das erste komplette Album, das ich auf diesem Wege hatte. Und ich habe es geliebt, genauso wie heute. Für mich verliert diese Musik einfach nichts von ihrer Intensität verloren.

Meine erste richtig gekaufte CD war 1990 die „101“ und als Single die „Blasphemous Rumours“. Von meinem ersten Lehrlingsgeld. Die überspielten Kassetten, wie auch die CD´s habe ich immer noch. Sie erinnern mich regelmäßig an diese tolle und aufregende Zeit.

Ich habe die Band schon oft getroffen, habe viel mit ihnen und durch sie erlebt. Sicherlich werde ich die ein oder andere Episode hier an dieser Stelle noch zum Besten geben. Mich interessiert aber noch eine ganz andere Sache. Wie seid ihr eigentlich Depeche Mode Fan geworden? Wann war das? Und warum? Und wie lebt ihr damit? Ich würde mich freuen, genau das von euch zu erfahren. Denn ich bin gerade dabei, die Fans dieser Band mal ein wenig näher zu beleuchten. Wie sich inzwischen rumgesprochen haben sollte, bin ich Autorin. Und ich würde gerne in dieser Richtung etwas veröffentlichen. In welchem Rahmen das sein wird, steht noch nicht fest. Aber selbst wenn es zum Schluss nur hier im Blog ist, ist dies eine Plattform, die viele Menschen erreicht. Denn ich habe inzwischen genau hier – in diesem Blog – viele regelmäßige Leser. Von Seiten der Band habe ich das ok für solch eine Veröffentlichung. Also, wer mag, darf mir gerne seine Geschichte schreiben. Seine Erlebnisse mit der Band, die Positiven, aber auch die Negativen. Um das hier nicht alles als Kommentar erscheinen zu lassen, könnt ihr mich auch erst einmal per Mail kontaktieren. Schreibt mich einfach unter anna-miller@o2online an. Wer mag, kann auch ein paar Fragen als Anhaltspunkt für seine Geschichte bekommen.

In diesem Sinne: Let me take you on a trip….

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 4. April 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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