Der Kandidat hat 10 Punkte

Heute ist ein Glückstag. Auf jeden Fall für mich und meinen Sohn. Denn heute kam endlich die Zusage von der von mir favorisierten Grundschule.

Ja, mein Kleiner hat es geschafft. Er darf im nächsten Jahr seinen Schulstart an einer guten Schule hinlegen. Ich bin so froh – ich kann es gar nicht in Worten ausdrücken. Nach den endlos langen Monaten, in denen wir genau auf dieses Ergebnis hingearbeitet haben, kam nun endlich heute per Post die erlösende Nachricht.

„Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Ihr Kind für das Schuljahr 2011/2012 aufgenommen werden kann.“

Was für ein toller Satz. Und endlich haben auch wir mal Glück. Denn ich kann nicht unbedingt behaupten, dass das Glück uns sonst hinterher läuft. Aber nun ja, wollen wir diesen tollen Tag rot im Kalender anstreichen und uns freuen, das er doch noch so positiv geendet ist.

Denn eigentlich war heute nicht mein Tag. Auf jeden Fall wurde mir das von anderen  – fremden – Leuten so suggeriert. Ich hatte euch ja schon von meinem Internetanschluss berichtet. Das der ein wenig rum zickte und sehr langsam war. Nun ja, er ist immer noch langsam. Nun hatte ich mich deswegen heute Morgen gleich auf den Weg in die Stadt gemacht, um mich nach einer Alternative zu erkundigen und um bei meinem jetzigen Anbieter ein wenig auf den Putz zu hauen. Schließlich zahle ich 25 Euro im Monat für den Stick, da kann ich erwarten, dass das Ding läuft. Mein erster Anlaufpunkt war ein Laden, der alle Anbieter vertreibt. Die zwei Verkäufer verarzteten gerade einen Kunden, der ein I Phone gekauft hat. Also ein reines Männergespräch mit Männerthemen. Ich schlich ein wenig herum und stellte mich nach ca. 5 Minuten doch genau daneben, da ich das Gefühl hatte, das die Herrenrunde meine Anwesenheit komplett ignorierte. Und siehe da, man nahm mich wahr. Wahrscheinlich störte ich, denn ich wurde nur gefragt, ob ich eine „kurze Frage“ hätte. Der andere Kunde, um die sie sich zu zweit kümmerten, würde noch dauern. Na ja, kommt drauf an, was man unter kurz versteht. Ich stellte also meine Frage nach einer Alternative und wurde gleich mit den Worten zurückgeschmettert, dass dies unwahrscheinlich teuer sei. Ähm hallo? Das hatte ich nicht gefragt. Ich wollte wissen, welche anderen Möglichkeiten mir offen stehen und nicht was es kostet. Fängt man so ein Verkaufsgespräch an, das man zu einem positiven Abschluss führen möchte? Ich glaube nicht. Nun ja, der Verkäufer schwafelte dann noch weiter von Preisen und alles kompliziert und so, dass ich beschloss, die Männerrunde wieder zu verlassen. Wenn die mir nix verkaufen wollen, kann ich schließlich nur sparen. Mein nächster Weg führte mich direkt in meinen O2 Laden. Mein Anbieter für meinen Stick. Aber auch da war die junge Dame hinter ihrem Rechner nicht wirklich willig, sich meinem kleinen Problem anzunehmen. Anstatt ihr Computerspiel zu beenden und einfach mal in meinen Vertrag zu schauen, ob es irgendetwas gibt, was ich wissen müsste, forderte sie mich auf, ich solle doch einfach mal die Hotline anrufen. Die würden sich dann kümmern. Da frage ich mich doch wirklich, ob sich die Telefonverkäufer nur noch bewegen, wenn eine Provision winkt. Denn an meinem technischen Problem verdient sie ja nix. Also bin ich auch da unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Nun wird mir wohl doch nichts anderen übrig bleiben, als morgen diese Hotline anzurufen. Irgendwie muss es ja möglich sein, wieder eine einigermaßen akzeptable Geschwindigkeit zustande zu bringen. Ich hoffe nur, dass sich das Ganze nicht zu einer unendlichen Geschichte entwickelt und ich endlich wieder normal arbeiten kann.

In diesem Sinne: es kann nur besser werden

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 6. April 2010, in Allgemein. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Wir sollten einen Club gründen: Rächer der Konsumenten 😉 Liebe Grüße Emily

  2. Liebe Emily,
    manchmal denke ich echt, die wollen mich alle nur verarschen. so ignorant wie manche menschen sein können. aber da gibt es nur eins – einfach auch ignorieren. denn damit schadet man denen am meisten. grins.

    liebe grüße
    anna

  3. Das freut mich total für euch beide – so richtig doll freut mich das!

    Liebe Grüße, Katerwolf

  4. Danke meine Liebe, das ist sehr nett von dir.
    Liebe Grüße
    Anna

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