Alles neu macht der April – Teil 1

Alles neu macht der April Teil 1

Bei uns zu Hause tobt an diesem Wochenende die Tapezierbürste durch die Wohnung. Ich habe mir nämlich vorgenommen, die schon seit langem geplante Verschönerung meines Schlafgemaches endlich in die Tat umzusetzen. Denn ich musste feststellen, das nur davon zu Reden leider nicht ausreicht. Ich muss schon ein wenig mehr Energie aufbringen und den einen oder anderen Strich an der Wand machen.

Aus diesem Grund haben wir gestern mal wieder einen Baumarkt von innen gesehen. Nicht das ich was gegen Baumärkte hätte, aber die Größe schreckt mich doch immer ein wenig ab. Mein Sohn ist da nicht so zimperlich. Er findet Baumärkte einfach nur cool. Besonders weil man da so toll Verstecke spielen kann und Mutti dann stundenlang durch die Reihen irrt, um Sohnemann wieder auszugraben. Unwahrscheinlich spaßig.

Da ich wusste, was ich kaufen wollte, war unser Aufenthalt von kurzer Dauer. Na ja, aber ich musste feststellen, das auch der bloße Besitz von „Verschönerungsmaterial“ noch kein schönes Schlafzimmer macht. Und so habe ich mich gestern an den Albtraum schlechthin gewagt, und mein Schlafzimmer renovier technisch vorbereitet. Es gibt doch fast nichts schlimmeres, als in einer recht kleinen und gut gefüllten Wohnung ein Zimmer aufzulösen und den Inhalt dieses Zimmers auf die restlichen Räume so zu verteilen, das es einer zweiköpfigen Familie möglich ist, darin noch einigermaßen menschenwürdig zu leben.

Ich weiß nicht, wie es bei euch ist: Aber bei mir ist das Schlafzimmer definitiv der vollste Raum der Wohnung. Ein großes Bett, ein sechstüriger Kleiderschrank, zwei volle Bücherregale und ein kompletter Stauraum unter dem Bett, den es auch zu räumen galt. Ein wenig Folie drüber und los geht’s war leider nicht möglich.

Um es kurz zu machen: Es hat fast 3 Stunden gedauert, bis ich das Zimmer so leer hatte, das man darin auch arbeiten konnte. Ich will nicht jammern, es hätte schlimmer kommen können. Dann noch schnell ein wenig Staub und Unrat entfernt und die Folie für dein samstäglichen Streichtag ausgelegt. Damit war mein Soll für diesen Tag erfüllt.

Nun geht es heute (Samstag) weiter mit dem Streichen und morgen für euch mit meinem Bericht. Bis dahin wünsche ich euch wie immer eine tolle Zeit.

In diesem Sinne: Geniest das wunderschöne Wochenende.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 17. April 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. so wird dein schlafzimmer nicht nur frisch gestrichen, sondern auch makellos sauber 😉

    liebe grüße+schönen sonntag, katerwolf

  2. Ach toll, ich wünschte, ich hätte den Elan – dabei wäre es bei uns auch endlich mal nötig!! Viel Spass nächste Woche – das Schlimmste ist mit der Entrümpelungsaktion vermutlich schon getan, oder?

  3. Nora Günther

    Liebe Anna,
    ich habe mein Wochenende fast wie Du genossen 😉 und beneide Dich nicht um Teil II – lese allerdings hier heraus, dass sich auf Deine tolle Kontaktanzeige (https://heisserdraht.wordpress.com/2010/03/20/achtung-eine-kontaktanzeige) leider noch niemand gemeldet hat … oder läuft das Auswahlverfahren noch?
    LG von Nora

  4. Oh, also bist du auch ein Renovierer. Bin froh, das ich jetzt halbwegs fertig bin, da das ganze dann doch noch Ausmaße angenommen hat, die ich so nicht geplant hatte. na ja, dafür ist jetzt alles schick.
    Liebe Grüße
    Anna

  5. Das Entrümpeln war wirklich das schlimmste. Weil es so ewig dauert. Alles nimmt man dreimal in die Hand und überlegt, ob es nochmal eine Chance bekommt, oder doch ausgedient hat.
    Liebe Grüße
    Anna

  6. Das glänzt jetzt wie neu. Und das nicht nur wegen der Sauerkeit. Grins. Ich habe nämlich Glanzfarbe genommen und ein neuer großer Spiegel ist auch mit eingezogen. Ganz lecker.

    Liebe Grüße
    Anna