Aber nicht umstellen Mama, ok?

Aber nicht umstellen

Sohnemann schwächelt heute ein wenig. Beim Aufstehen klagte er über allgemeines Unwohlsein. Was daran Echt ist und was eine Showeinlage, kann ich noch nicht genau sagen.

Fest steht, dass er wie das blühende Leben aussieht, kein Fieber oder ähnliches hat und auch der Appetit nicht eingeschränkt ist. Dennoch fühlte er sich zu schwach, um in den Kindergarten zu gehen. Viel lieber wollte er heute einen Tag auf dem Sofa verbringen und sich ausgiebig dem Kinderprogramm im Fernsehen widmen. Immer seine neue Lego Feuerwehr, die er gestern erstanden hat, im Griff und über den Tisch schiebend. Und natürlich Mutti am traktieren. „Mama, ich will was trinken, Mama, ich will ein Bonbon, Mama, aber nicht umstellen, ok?“

Nun gut, sei ihm dieser freie Tag gegönnt. Er hat die ganze Woche Stress, da ist so ein verlängertes Wochenende doch mal was Tolles. Das Wetter scheint auch recht schön zu werden. Und vielleicht bekomme ich ihn dazu, heute Nachmittag ein wenig auf den Spielplatz zu gehen. Da kann man sich auch gut erholen und wieder gesund werden. Und zur Not die neue Feuerwehr mitnehmen. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass dies der Grund für seine „Krankheit“ ist.

In  diesem Sinne: Wollen wir nicht alle manchmal einfach im Bett bleiben und einen Tag „blau“ machen?

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 23. April 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. In dem Alter darf man das auch noch, mal blau machen, tatüü tataa. Der Ernst des Lebens kommt noch schnell genug … 😉
    Liebe Grüße
    Ellen

  2. liebe anna,

    ich wünsch euch beiden ein schönes und sonniges wochenende!

    liebe grüße, katerwolf

  3. Das wünsche ich dir auch. Mach dir ein paar sonnige Tage.

    Liebe Grüße
    Anna

  4. Liebe Ellen,

    ich kann dir sagen – er hat den Tag heute in vollen Zügen genossen. Und seltsamer Weise geht es ihn nun auch wieder viel besser. Er weiß nämlich, das er morgen nicht in den Kindergarten muss. Grins.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende.
    anna