Muttertag

Muttertag

Zuerst einmal möchte ich allen Müttern einen wunderschönen Tag wünschen. Geniest euren Ehrentag und lasst euch mal richtig schön verwöhnen von euren Lieben.

Aber mal ehrlich: wer hat eigentlich diesen Tag erfunden? Kann man seine Mutter nicht täglich ehren? Und warum müssen genau an diesem Tag aufwendige Blumenensembles den Besitzer wechseln? Kann man seiner lieben Mutti nicht auch mit anderen Aufmerksamkeiten seine Wertschätzung zeigen und an einem anderen – vor allen Dingen preiswerteren Tag – seine Aufwartung mit ein paar hübschen, bezahlbaren Blumen machen?

Jedes Jahr ruiniert es mich aufs Neue. In diesem Jahr durfte ich drei Sträuße kaufen: für meine Mutti, für meine Omi (der Papa überreicht die) und für meinen Opi, der unglücklicher Weise heute Geburtstag gehabt hätte. Und da möchte ich ihm schon ein paar schöne Blumen auf sein Grab stellen. Wenn wir schon mal beim Geburtstag sind, ein kleiner Gruß in eigener Sache: Happy Birthday Dave Gahan. Have a nice Day and I hope we see you next time. Alles in allem habe ich heute knappe 60 Euronen in das Blumengeschäft meines Vertrauens getragen und dafür – na ja – nix besonderes bekommen. Drei normale Blumensträuße, kein wirkliches Highlight dabei. Dafür hätte ich deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Also wenn einem von euch mal zu Ohren kommt, dass jemand aus dieser Branche über eine schlechte Einnahmesituation klagt….

Der Kindergarten hat es in diesem Jahr richtig gemacht. Die haben ganz einfach mit den Kindern Kekse gebacken. In Herzchenform. Wie niedlich. Meiner war stolz wie Bolle und wollte die anderen Muttis in unserer Familie auch mit Keksen beglücken. Und so haben wir gestern gebacken. Kekse. Im Mai. Das ist mir auch noch nicht passiert.

In diesem Sinne: Einen schönen Muttertag meine Lieben.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 9. Mai 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Liebe Anna,
    als meine Kids noch klein waren, da wurde auch im Kindergarten und in der Grundschule noch gebastelt. Das war süß. Heute sind sie älter und der Muttertag findet zu 99 % gar nicht statt. Ich habe wie gewohnt meinen Haushalt heute gemacht, Kuchen gebacken, gerade eben noch gekocht usw. Muttertag ist nur eine Erfindung, damit die Geschäfte, Blumenläden und Geschenkeshops, Geld verdienen. Ich fühle mich da auch unter Druck gesetzt von der Gesellschaft. Ich mag das nicht, an „bestimmten“ Tagen anderen Menschen meine doch hoffentlich habende Zuneigung zu erweisen …
    In diesem Sinne: Wer das mag, bitteschön, aber mich stört es nicht, wenn meine Kinder das gar nicht juckt.
    Liebe Grüße
    Ellen

  2. liebe ellen,
    ich wünsche dir trotzdem einen tollen sonntag. bin ja auch kein freund vom ständigen hin und her schenken. wenn ich nur an weihnachten denke – diese elende geschenkeschlacht…
    liebe grüße
    anna

  3. Mir geht es mit dem Muttertag genauso. Wenn man dafür schon einen festgelegten Tag braucht nur um seine Wertschätzung zu zeigen, stimmt doch sowieso schon irgendetwas nicht. Ok, bei kleinen Kindern, die im Kindergarten oder in Schule etwas basteln, ist das ja vielleicht ganz nett. Mein Muttertag heute? Meine Töchter sind auf einem Workshop und ich halte ihnen dafür den Rücken frei und mache mir einen schönen Tag mit meinen Enkelkindern. 🙂
    LG Grethe

  4. so funktioniert das in einer modernen familie. grins.
    schönen sonntag.
    liebe grüße
    anna

  5. Muttertag nur einmal im Jahr das sollte so nicht sein. Mütter machen so viele kleine Dinge, die wir als selbstverständlich hinnehmen. Darum haben sie mehrere Ehrentage und liebe Gesten im Jahr verdient.
    An alle Mütter liebe Grüße und noch einen schönen Sonntg!!
    LG Shorty