Langsame Leitung

Langsame Leitung

Mein Internet funzt immer noch nicht richtig. Ich hatte euch ja schon einmal davon berichtet. Mal geht es – mal nicht. Das macht mich wahnsinnig. Ich bin ja nicht anspruchsvoll, brauche auch keine 16.000er Leitung. Aber wenn der Bildschirmschoner seine Tätigkeit aufnimmt, während mein Computer krampfhaft versucht, eine Internetseite zu laden, dann kann da was nicht stimmen.

Seit 21.03.2010 ärgere ich mich darüber. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Trotz unzähliger netter und nicht mehr ganz so netter Anrufe meinerseits bei meinem Provider tut sich nichts. Als Antwort auf mein Problem bekam ich immer denselben Wortlaut: „Es tut mir leid, ich kann da leider nichts machen. Die Störung ist gemeldet. Ich kann aber nicht sagen, wie lange sich die Reparatur noch hinzieht. Sie bekommen eine SMS, sobald alles behoben ist.“ Vielen Dank, aber dafür kann ich mir nichts kaufen. Und vor allen Dingen nicht anständig arbeiten. Und das nervt mich fürchterlich.

Freitag klemmte ich mich mal wieder ans Telefon und versuchte mein Glück. Ich wollte mal richtig auf den Putz hauen. Das hatte ich mir fest vorgenommen. Am Telefon hatte ich eine junge und sehr nette Frau, die mir schon nach 10 Sekunden unwahrscheinlich leid tat. Immerhin konnte sie persönlich nichts dafür, dass hier nichts geht. Sie hörte sich alles sehr geduldig an, stimmte mir zu, dass dies eine unerträgliche Situation ist … und ich rechnete schon mit der Standardantwort. Aber nein, sie konnte auch anders antworten. Man glaubt es kaum, aber sie wollte mir ernsthaft helfen. So richtig. Denn sie probierte eine Menge aus. Und fragte nach und schlug sogar bei Google nach, um noch eventuelle neue Ideen zu finden. Es war nicht zu fassen. Das erste Mal nach unzähligen Telefonaten.

Im Endeffekt konnte sie mir mein Internet auch nicht schneller machen. Da muss ich auf die Reparatur warten. Aber sie hat dafür gesorgt, dass die Verbindung nicht mehr abbricht. Und das ist doch auch schon was.

Nun hoffe ich inständig, dass irgendwann auch die Geschwindigkeit wieder bei mir Einzug hält.

P.S. Die Störung ist übrigens nicht nur bei mir. Oder in meiner Straße. Nein, halb Mitteldeutschland ist davon betroffen. Von Erfurt bis Wittenberg. Ein weiterer Grund, der mich verwundert den Kopf schütteln lässt. Warum tut sich da nicht endlich was?

In diesem Sinne: Es kann nur besser werden.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 10. Mai 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Nora Günther

    Liebe Anna,

    wie war das mit dem geteilten Leid? Immerhin tröstet es mich etwas … denn für genervte Anrufe habe ich schon keine Kraft mehr. Ich räume stattdessen auf, hole mir etwas zu trinken oder erledige schon mal ein (erfreuliches Telefonat), während mein PC das WWW sucht …
    Also, halte durch! LG Nora

  2. ja, ich mache dann auch immer nebenbei was. inzwischen habe ich mir schon einen richtigen arbeitsplan zurechtgelegt. früh geht es immer noch ganz gut. da mache ich die wichtigen dinge wie recherchieren und so weiter. und nachmittags und abends schreibe ich dann mehr. dafür brauche ich nicht so dringend das netz. ist zwar kein zustand und ich hoffe, das sich nun endlich mal was dran ändert. aber solange muss ich mich halt ändern und mich anpassen. du weißt ja: kommt der prophet nicht zum berg, muss halt der berg zum propheten kommen.

    liebe grüße
    anna