Ich bin ja nun auch schon älter…

Ich bin ja nun auch schon etwas älter…

mit diesen Worten versetzte mich eine ehemalige Klassenkameradin in eine gewisse Schockstarre. Wie das denn? Die ist 36 Jahre alt. So wie ich. Warum fühlt sie sich schon alt? Gut, ich mache auch gerne mal ein paar Scherze über mein Alter. Aber sie meinte dass so wie sie es sagte.

Das  Thema „Älter werden“ ist ein sehr leidliches Thema. Vor ein paar Tagen las ich einen sehr interessanten Artikel dazu. Da ging es um den „Herbst des Lebens“. Aber was bitte schön ist das? Und wer legt fest, wann wir uns in diesem Herbst befinden? Und warum?

Wenn ich nur mal von mir ausgehe: Ich fühle mich jeden Tag anders. Um mal bei den Jahreszeiten zu bleiben: Da gibt es den Frühling. Den erlebe ich, wenn ich mal so richtig ausgelassen shoppen gehen kann. Das Herz klopft vor Aufregung, ich fühle mich wie ein Teeny. Im Sommer fühle ich mich wohl. Mir geht es gut und genieße meine Zeit. Auch den Herbst gibt es. Das sind die Tage, an denen man nicht so recht weiß, was man eigentlich mit sich anfangen soll. Viel Arbeit, aber keine Lust. Und dann der Winter. Da geht gar nichts. Am liebsten würde ich im Bett bleiben, die Decke bis zu den Ohren hochziehen und abwarten, dass der Tag endlich vergeht. Heute war eher ein Herbsttag. Na und? Morgen kann schon wieder der Frühling vor der Tür stehen. Wenn das so ist, werde ich ihn auf jeden Fall rein lassen.

Wir alle werden praktisch sekündlich älter, keiner mag es, aber der Kelch geht einfach nicht an uns vorbei. Was soll´s, man kann es nicht ändern. Das Leben geht weiter und man muss einfach das Beste draus machen. Deswegen fühle ich mich aber ganz sicher nicht alt.

In diesem Sinne: Mit 36 ist man definitiv nicht alt.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 11. Mai 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Ich kann dich beruhigen, ich bin 47 und fühle mich auch nicht alt 🙂
    Alt machen einen immer nur die Anderen.

  2. da hast du recht. man wird förmlich alt geredet.
    liebe grüße
    anna

  3. Da muss man einfach drüber stehen 🙂

  4. Also über diese Worte kann man sich wirklich nur wundern. Mit dem Alter ist es wie mit dem Sex – spielt sich alles im Kopf ab. Daran hat sich bei mir auch nach Kopf-Boden-Berührung nichts geändert. Ich bin immer noch 63 Jahre „jung“ 😀
    HG – Grethe

  5. …und drüber lachen. grins.

  6. jeder ist so alt, wie er sich fühlt. und manchmal ist es gut, wenn man nicht sehen kann, was ich fühle. lach.

    liebe grüße
    anna