Alles wieder auf Start

Alles wieder auf Start

Mir ist das schlimmste passiert, was nur passieren konnte. Mein Laptop hat sich auf gehangen. Nicht, weil es ihm bei mir so schlecht geht und ich immer so Gemein zu ihm bin – nein – einfach so. Noch nicht einmal Bescheid gegeben hat er vorher. Eigentlich ganz schön hinterhältig von ihm. Aber nun gut, ich bin nicht nachtragend. Und wir verstehen uns auch schon wieder.

Freitagmittag passierte es: Gerade noch ein wenig gesurft und geschaut – und auf einmal war Schluss. Nichts ging mehr. Aber wirklich nichts mehr. Selbst der Taskmanager ließ sich nicht mehr überreden, seine Arbeit aufzunehmen. So blieb mir nichts anderes übrig, als den Rechner ohne vorheriges  runterzufahren Aus zu machen. Tja, wahrscheinlich der größte Fehler, den ich machen konnte. Hätte ich doch zuerst jemanden gefragt, der sich damit auskennt… ich hatte aber keinen zur Hand. Als ich ihn wieder starten wollte, wollte er nicht starten. Auch nicht beim 10. Versuch. Es half nichts, ich musste härtere Geschütze auffahren. Und so griff ich zum Telefon, um die Hotline des Herstellers um Hilfe zu bitten. Da sollen ja die Experten für solche Fälle sitzen. In der Broschüre, die es zum Laptop dazu gab, standen nur so tolle Tipps wie: „Bei Problemen schauen sie bitte auf unserer Internetseite unter…“. Sehr lustiger Tipp, wenn der Rechner nicht geht und man somit auch nicht ins Internet kommt. Also die Hotline. Na ja, Hotlines und Ich – das passte noch nie. Nach 12 Euro und unendlichen Mitteilungen einer nervigen Computerstimme, dass „der nächste freie Mitarbeiter für mich reserviert ist“, habe ich diesen Versuch zur Organisation von Hilfe abgebrochen. Mir blieb somit nur das einzige übrig, was mir der Computer auch versuchte mitzuteilen. Ich muss Windows 7 neu einspielen. Was aber bedeutet, dass alle anderen vorherigen Daten weg sind. Alle Dateien, alle Bilder, alle Videos, alle selbst draufgebrachten Programme…einfach alles. Windows 7 nackig und jungfräulich.

Und auch wenn es unglaublich klingt, aber ich tat es. Denn ich brauche das Ding. Zum Arbeiten – zum Leben. Die ganze Aktion hat jetzt 3 Tage gedauert, bis alles wieder so war, wie es vor dem Crash war. Alle Programme laufen wieder und da ich nicht von übervorgestern bin, sind natürlich auch wieder alle Dateien da. Denn Mutti hat regelmäßig eine Sicherung gemacht.

Ich hoffe inständig, dass mir nun diese langwierige und vor allen Dingen unnütze Arbeit für immer erspart bleibt. Einmal reicht. Denn solch einen Komplettabsturz braucht man genau so dringend wie einen Pickel am Hintern.

Ein Gutes hat die ganze Sache auch. Ich habe vieles gelernt. Vor allen Dingen über Computertechnik.  Und wir sind jetzt per „Du“. Mein Computer und ich.

In diesem Sinne: Wenn dir das Leben so richtig in den Arsch tritt…, so nutze den Schwung um vorwärts zu kommen.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 16. Mai 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken… aber, gutes Fazit 😉

  2. ich dachte auch erst, das ich hier gleich zusammenbreche. so ein mist. und warum ich. na ja, du kennst ja sicherlich die ganzen hilflosen versuche, so etwas zu erklären. es hatte aber wirklich auch was gutes. denn nun musste ich mich – wohl oder übel – mal mit diesem technischen gerät befassen. und das war gut so.

    liebe grüße
    anna