Kindergeburtstag

Kindergeburtstag

Sohnemann war heute Nachmittag auf einem Kindergeburtstag. Tyron hieß das Geburtstagskind. Das erste Mal, dass er eingeladen wurde. Stolz wie Oskar und schon seit Tagen ziemlich aufgeregt, fieberte er diesem Tag entgegen.

Das Geburtstagskind kennt er aus dem Kindergarten. Auch „privat“ hat er viel Kontakt mit ihm, denn der junge Mann fühlt sich sehr wohl bei uns und besucht meinen Sohn regelmäßig. Dass es bis jetzt noch nie zu einer Gegeneinladung gekommen ist, lag schlicht und einfach immer daran, dass mein Sohn nicht gerne zu anderen geht. Lieber lädt er sich seine Freunde nach Hause ein. Kein Problem für Mutti, denn so ist es für mich auch einfacher. Ich muss ihn nirgendwo hinbringen – und satt habe ich bis jetzt auch jeden bekommen.

Besonders das heutige Geburtstagskind ist ein guter Esser mit exquisitem Geschmack. Er ist sich nie zu schade, nach einem Nachschlag zu fragen und bei den Getränken möchte es dann auch schon ein wenig mehr als Tee oder Wasser sein. Aber das ist alles in Ordnung für mich. Hauptsache die Jungs haben ihren Spaß.

Heute nun mein Sohn das erste Mal in den heiligen Hallen von Tyron. Und was passiert? Sohnemann hat sich nicht getraut, was zu trinken. Geschweige denn was zu essen. Ganz im Gegenteil. Er war sichtlich froh, als ich ihn wieder abholte. So schnell war er aus der Tür, das selbst für eine Verabschiedung keine Zeit mehr war.

Was war passiert? Mein Kleiner hat sich einfach nicht getraut, dort was zu trinken. Durst und Hunger hat er schon gehabt. Aber er war zu schüchtern, etwas anzunehmen. Noch dazu haben ihn die anderen Kinder – die er auch alle aus dem Kindergarten kennt – verunsichert. Hach, es hätte so schön sein können…

Und so wird dann wohl Tyron wieder zu uns kommen. Denn er ist nicht zu schüchtern.

In diesem Sinne: wWo kann ich ein wenig Selbstvertrauen für meinen Sohn kaufen?

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 26. Mai 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Habe herzlich gelacht beim Lesen. Mama hat sich früher auch oft aufgeregt, weil ich mich nicht getraut habe in „fremden“ Häusern auf’s Klo zu gehen, geschweige denn etwas zu essen oder zu trinken. Das legt sich irgendwann…

  2. na das hoffe ich doch sehr, dass sich das irgendwann legt. der tyron ruiniert mich sonst. lach.

    liebe grüße
    anna