Der erste Wackelzahn ist da

Der erste Wackelzahn ist da

Gestern Abend, beim allgemeinen rumkabbeln im Bett habe ich ihn entdeckt. Den ersten Wackelzahn bei Sohnemann. Oben rechts. Hach, da hat doch mein kleines Herzchen einen Satz gemacht.

Soll es wirklich schon so weit sein, dass er den ersten Zahn wieder verliert? Er ist doch erst 5 ½ Jahre alt. Mein kleiner Hosenscheißer, mein Baby. Er hat sie doch erst bekommen. Ich weiß es noch ganz genau, es kommt mir vor, als ob es letzten Monat war. Und nun soll er sie schon wieder abgeben? Platz machen für die Schulzähne? Ein großer Junge werden? Ich kann es noch gar nicht glauben, dass es jetzt schon passieren soll. Dass die Zeit so schnell vergeht und aus meinem kleinen süßen Jungen ein großes Schulkind wird.

Sohnemann wusste gestern Abend natürlich gleich Bescheid, was passiert, wenn die erste Zahnlücke zu sehen ist. Es gibt ein Geschenk. Von der Zahnfee. Woher er das weiß, fragte ich ihn. „Oh Mama, na aus dem Kindergarten.“ Gut, dann hoffe ich, dass der Kindergarten auch eine gute Zahnfee kennt, die dann die Wünsche meines Sohnes entsprechend erfüllt. Die Lego Polizeistation wäre das. Hat er gestern Abend dann gleich noch nachgeschlagen. Man kann ja nie wissen und muss vorbereitet sein. Falls es ganz schnell geht.

Mir ist dann gestern noch die Idee gekommen, genau solche Momente für den Kurzen aufzuschreiben. Für später mal, damit er dann auch was zum Schmunzeln und Lachen hat. Ein paar Eckdaten aus seiner Kindheit. Man selbst vergisst ja alles so schnell wieder, da der Alltag einen mit anderen Dingen belastet. Besonders gemerkt hatte ich das damals, als ich unzählige Male Unterlagen für Therapien ausfüllen musste. Wann hat er angefangen zu sitzen, zu krabbeln, zu stehen, zu laufen, zu sprechen, Blickkontakt zu halten, zu greifen… Da steht man dann da und kann eigentlich nur anhand von Bildern oder Erlebnissen, die man noch im Kopf hat, die entsprechenden Zeiträume schätzen. Aber damit ist nun Schluss. Mutti schreibt jetzt auf. Ich hoffe er freut sich, wenn er dann später solch Dinge selbst nachlesen kann.

In diesem Sinne: Die Zeit rast an uns vorbei und man kann sie nicht aufhalten. Machen wir das Beste draus.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 7. Juni 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 4 Kommentare.

  1. Glückwunsch zum ersten Wackelzahn.
    Das mit der Zahnfee ist ein US-Brauch, der über Serien wie die Simpsons bei uns publik geworden ist.
    Klar, wenn es um Geschenke geht, ist jeder neue Brauch recht.
    Soweit ich weiß, bezahlt die Zahnfee in Amerika einen Dollar pro Zahn, vielleicht auch mehr, aber sicher nur etwas, das unter ein Kissen passt. (Fünf Legosteine für die Polizeistation?)

    Noch einen guten Start in die Woche.

    Liebe Grüße
    Angelika

  2. Oh ja, liebe Anne, das Aufschreiben ist wirklich eine gute Idee. Ich habe das damals bei meinen Töchtern auch so gemacht, alles in einer Kladde aufgeschrieben. Sogar einige Sprüche oder lustige Ausdrücke. Gelegentlich auch Tonbandaufnahmen mit meinem ersten kleinen Kassettenrecorder. Gerade den Klang der Stimme vergißt man so schnell. Sogar meine Enkelkinder haben heute ihren Spaß daran die Mutti mal als 4-Jährige singen zu hören. Werde die Aufnahmen aber bald digitalisieren (mp3) da es ja keine Recorder mehr geben wird.
    Liebe Grüße, Grethe

  3. liebe grethe,

    solche aufzeichnungen, bilder und geschichten helfen einfach gegen das vergessen. ich habe mir jetzt schon einen karton gesucht, in den ich dann alles solch kleine erinnerungen packen werde. hach, ich freue mich schon selbst drauf.

    liebe grüße
    anna

  4. liebe angelika,

    mit 5 legosteinen wir der sich nicht abspeisen lassen. aber ich bin schon auf der suche nach einem kleineren – und preiswerteren – geschenk. man muss es schließlich nicht übertreiben und der junge mann kann sich über fehlende zuwendung in form von geschenken auch nicht beschweren. lach.

    dir einen sonnigen dienstag.

    liebe grüße
    anna