Deutschland spart auf Kosten der Schwachen

Deutschland spart auf Kosten der Schwachen

Gerade lese ich mich durch die aktuellen Nachrichten und muss feststellen, dass der Haushalt der Bundesrepublik Deutschland mal wieder auf dem Rücken derer, die eh schon nichts haben, saniert werden soll. Hartz IV Kürzungen, das Elterngeld begrenzt und so weiter. Warum ? Warum auf diesem Wege?

Ich verstehe, dass gespart werden muss. Schließlich kann nur das ausgegeben werden, was auch eingenommen wird. Wenn ich so wirtschaften würde, wie es die Bundesrepublik schon seit vielen Jahren macht, wäre ich auch pleite.

Aber warum trifft es wieder die Falschen? Ich bin auch jemand, der sagt, dass zum Beispiel das Hartz IV Geld an bestimmte Bedingungen geknüpft werden muss. Keine Frage – wer auf Kosten des Staates lebt, muss auch etwas für den Staat tun. Aber wenn das Elterngeld für Hartz IV Empfänger gestrichen werden soll, dann ist dies genau der falsche Weg. Denn eine junge Mutti, die mit ihrem kleinen Baby auf Hartz IV Leistungen angewiesen ist, kann nichts für den Staat tun. Sie kann keine gemeinnützige Arbeit leisten. Wie denn? Soll sie ihr Baby solange im Heim abgeben? Man bestraft wieder die Falschen, die nichts dafür können. Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Da ich alleinerziehend bin, habe auch ich während meiner Elternzeit Hartz IV bezogen. Mein Sohn war klein, ich konnte nicht arbeiten. Als Elterngeld gab es damals nur 300 Euro. Plus Kindergeld und Unterhalt waren das knapp 650 Euro, die ich im Monat an Einnahmen hatte. Zu wenig, um Miete, Strom, Essen, Kleidung etc. zu bezahlen. Vater Staat musste auffüllen.

Und auch das Elterngeld für berufstätige Jungmütter soll begrenzt werden. Somit minimiert man aber wieder den Anreiz für gebildete und vor allen Dingen höher verdienende Frauen, ein Kind zu bekommen. Denn auch diese Frauen haben Kosten, haben sich einen Lebensstandart erarbeitet, den man während der Elternzeit nicht einfach wegretuschieren kann.

Ich weiß, ich rege mich viel zu sehr auf, aber mich macht so eine Ungerechtigkeit wütend. Sollen sie doch die Steuern erhöhen. Das würde alle treffen und jeder einzelne Bürger würde somit etwas für die Sanierung des Staates beitragen. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Warum wurde denn die Mehrwertsteuer für Hotels auf 7% reduziert? Habt ihr was davon gemerkt, dass diese Steuererleichterung an die Gäste weitergegeben wurde? Ich nicht. Nicht um 1 Cent sind die Preise für die Übernachtungen gesunken.

Mein Unmut und Frust steigt nur unnötig, je länger ich über dieses Thema nachdenke. Ich bin sehr gespannt, wie und Frau Merkel diese Maßnahmen schmackhaft machen möchte und wie sie insbesondere die Verteilung der Sparmaßnahmen rechtfertigt.

In diesem Sinne: Lassen wir uns überraschen, was in den nächsten Monaten noch auf uns zukommt.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 7. Juni 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 6 Kommentare.

  1. Hallo Anna!
    Bei Außenstehenden unserer Gesellschaft zusparen ist mehr als dreist. Bei Kindern zusparen da hört der Spass komplett auf.Geht gar nicht. Kinder sind unsere Zukunft, da sollten wir mehr übrig haben. Lieber wo anders sparen, es gibt soviele Möglichkeiten.
    liebe grüsse

  2. möglichkeiten, andersweitig zu sparen, gibt es wirklich zu hauf. ich habe vorhin erst wieder gesehen, wie steuergelder einfach so aus dem fenster geworfen werden. im wohngebiet meiner eltern wurden heute die straßen mit einem neuen belag versehen. dabei war der alte belag noch sehr gut. kein schlagloch, kein riss, nichts. noch dazu ist es eine verkehrberuhigte zone, in der ein schlagloch auch nicht wirklich den weltuntergang bedeuten würde. und da frage ich mich schon ernsthaft, warum dort viele tausend euro für einen neuen belag V E R S C H W E N D E T werden, während an anderen stellen a) die starßen stark beschädigt sind und dringend einen neuen belag oder eine ausbesserung vertragen könnten und b) das geld nicht in andere – wichtigere projekte gesteckt wird. vielleicht hätten sich ja ein paar kinder drüber gefreut. hach, ich sehe schon, da muss ich dringend noch einen artikel schreiben. 🙂

    liebe grüße
    anna

  3. Vielleicht ist es der Heimweg eines Politiker? Die Karosse muss schweben! lol

  4. die wohngegend ist zugegebener maßen etwas gehobener, aber sosehr dann auch nicht, das solche verschwenderischen aktionen zu gerechtfertigen sind.

    liebe grüße
    anna

  5. Liebe Anna,
    ich bin sehr gespannt darauf, ob diese Sparmaßnahmen ohne Konsequenzen ablaufen. Wenn ich am anderen Ende eine derartige Dekadenz erlebe, wird mir speiübel!

  6. liebe emily,

    ich bin der festen überzeugung, das man auch auf andere – sinnvollere und vor allen dingen gerechtere art und weise geld einsparen kann. wenn ich nur bedenke, wieviel geld für überflüssige dinge verschleudert wird, wieviel geld in diesem ganzen verwaltungsgebilde staat verschwindet. vielleicht sollte man da einfach mal großflächig optimieren.

    liebe grüße
    anna