Warum hat denn der Junge kein Unterhemd an?

Warum hat denn der Junge kein Unterhemd an?

Der Junge, über den hier gesprochen wird, ist mein Sohn. Ein putziges Kerlchen, 5 Jahre alt, immer ein wenig Rotz in der Nase – bedingt durch seine Allergie und nicht etwa durch das als vermisst gemeldete Unterhemd – und von Oma sehr genau beobachtet.

Oma, die ich Mutti oder liebevoll „meine Sonne“ nenne, überraschte mich gestern beim sonntäglichen Familientag mit dieser Frage.

Tja, warum hatte er kein Unterhemd an? Und warum fiel ihr das auf?

Um Frage eins zu beantworten: Weil Sommer ist? Weil gestern stolze 25° auf dem Thermometer verzeichnet wurden? Und weil ihm auch ohne Unterhemd die Schweißtropfen auf der Stirn stehen?

Oma, Mutti oder wie auch immer, sah das natürlich ganz anders. Denn es war deutlich kühler als die letzten Tage. Regelrecht frisch. Und der Wind. Da sollte man schon was überziehen und nicht so leichtsinnig mit der Gesundheit umgehen. Wo der Junge doch schon immer erkältet ist.

Mit den Jahren habe ich es aufgegeben, die angebliche Dauererkältung meines Sohnes zu rechtfertigen. Sohnemann leidet schlicht und einfach unter diversen Allergien, die auf diese permanent triefende Nase zurückzuführen sind. Nur jedes Mal wieder von neuem alle Leiden aufzählen? Da habe ich keine Lust mehr drauf.

Und so war sie den ganzen Nachmittag damit beschäftigt, dem „Jungen“ das T-Shirt bis in den Schlüpfer zu schieben und die Hosen Richtung Ohren zu ziehen. Der Nieren wegen. Damit er sich nicht verkühlt. Ah ja.

Meine Mutti ist wirklich eine herzensgute Frau. Ich würde sie für nichts in der Welt eintauschen wollen. Sie hat nur leider die Angewohnheit, dass sie sich über Alles und Jeden Sorgen macht. Eine Angewohnheit, die wir ihr bis heute noch nicht abgewöhnen können. Das kann manchmal recht anstrengend sein. Vielleicht gelingt es uns irgendwann doch noch.

In diesem Sinne: verkühlt euch nicht.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 26. Juli 2010, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. hey, hallo, war ne weile nicht mehr hier! deine mama ist doch süß und ändern werdet ihr sie sicher nicht. so sind sie, die mütter, machen sich immer sorgen. ich merke das bei mir auch…

    liebe grüße, katerwolf

  2. Willkommen zurück, liebe Anna. Ich freue mich dass es jetzt bei Dir wieder etwas zu lesen gibt. 🙂 Naja – hab gut reden denn bei mir ist momentan auch so ein Blogtief. 😦
    Was nun das Thema Unterhemd anbetrifft so kam es mir vor, als hättest Du über die Oma Grethe geschrieben. 🙂 Die schiebt nämlich auch immer bei den Enkeltöchtern die Unterhemden nach. Allerdings doch mehr im Winter. 🙂 Jaja, die Omis sind doch richtige Glucken.
    Wünsche Dir ein schönes Wochenende! LG Grethe