SMS-Challenge

SMS-Challenge

Mal wieder was zum Kopfschütteln und Haare raufen. Ein Telefonladen in meiner Stadt hat zu einer Challenge der besonderen Art aufgerufen.

Man buche eine SMS – Flatrate für 10 Euro, verschicke in einem bestimmten Zeitraum so viele SMS wie möglich und gewinnt – vorausgesetzt man war der Fleißigste – einen Preis in Höhe von 400 Euro. Ist das nicht mal was Tolles? Sicherlich finden sich eine Menge junger Menschen, die sich dafür begeistern können.

Aber wer gewinnt da wohl? In aller erster Linie der Telefonladen. Denn der verdient an den verkauften Flatrates. Der ausgelobte Preis ist sicherlich ein Werbegeschenk, das irgendwann mal von einem Vertreter dagelassen wurde. Sollte bei dem Posten doch investiert wurden sein, wird sich das durch die zu erwartende rege Teilnahme schnell amortisieren. Der große Verlierer sind die Teilnehmer und der Telefonanbieter. Die Teilnehmer, weil sie in ihrer kostbaren Freizeit versuchen, so viel wie möglich an Nachrichten zu verschicken und sich somit mehr oder weniger von ihrem realen Umfeld abgrenzen und zurück ziehen. Und der Telefonanbieter, der durch die Flatrate nichts an den versandten SMS verdient.

Kann dies Sinn und Zweck einer solchen Aktion sein. Und brauchen wir dies wirklich? Fällt uns nichts anderes mehr an, um Kunden an uns zu binden? Und was sind dies für Menschen, die auf solch einen „Werbegag“ hereinfallen?

In diesem Sinne: Fragen über Fragen, die es zu beantworten gilt.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 1. Mai 2012, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

  1. Liebe Anna,
    solche Fragen brauche ich für mich gar nicht zu beantworten, weil mich das alles gar nicht interessiert, solche Angebote und Fängereien, genauso „Punktesammeln“ im Supermarkt oder Schnäppchen und all das. Nee, brauche ich zum Glück nicht, ich kaufe was ich kaufen muß oder auch mal möchte, genauso mit Verträgen, Zusatzdiensten bei Handys usw. Aber ich lasse mich nicht „fangen“. 🙂
    Liebe Grüße
    Ellen

  2. liebe ellen,
    genau so ist es auch richtig. wer sich durch solche angebote locken lässt, sitzt nicht selten schnell in der schuldenfalle. denn sind wir mal ehrlich: geschenkt bekommt man nie etwas. auch diese ganzen punktesammelaktionen haben nur den hintergrund, das man sich an ein geschäft bindet, die preise nicht mehr vergleicht oder den ein oder anderen artikel mehr kauft, weil doch als „gewinn“ dann ein toller salzstreuer wartet.
    ein schönes wochenende für dich.
    liebe grüße
    anna