Apartment = Ferienwohnung

Wenn einer eine Reise macht…

Ich wühle mich gerade wieder einmal durch die Angebote diverser Reiseveranstalter. Der nächste Urlaub will geplant werden und mit ihm die passende Unterkunft. Wie immer soll es nach London gehen und wie immer soll es eine bezahlbare und akzeptable Unterkunft im Zentrum der Stadt sein. Bei fast 900 Unterkunftsmöglichkeiten in und um London sollte dies kein Problem darstellen.

Seit einiger Zeit gehöre ich zu den Menschen, die die Vorzüge einer Ferienwohnung oder gar eines Ferienhauses zu schätzen gelernt haben. Man ist ungestört und kann den Tagesablauf frei von Zimmerreinigung und Essenszeiten planen. Deshalb bin ich auf für meinen nächsten London Aufenthalt auf der Suche nach einer Ferienwohnung. In England heißt das Apartment.

Die Auswahl ist gut und ich kann auch über die preislichen Vorstellungen der Anbieter kein schlechtes Wort verlieren. Einzig die Bewertungen, die ehemalige Gäste dieser Apartments abgegeben haben, lassen mich doch den Kopf schütteln. Hier muss man leider feststellen, dass viele dieser Gäste wohl nicht genau wissen, was ein „Apartment“ ist. Denn sie erwarten die Annehmlichkeiten eines Hotels.

Da wird gemeckert, dass das Apartment nur einmal die Woche gereinigt wird. Die Handtücher wurden nicht gewechselt, es gab kein Frühstück und überhaupt: Warum hängt da nur eine Rolle Klopapier, warum gibt es keine Küchentücher und warum wird der Müll nicht weggeräumt?

Vielleicht ist an dieser Stelle mal ein Wort der Aufklärung angebracht:

Liebe Apartmentbenutzer,

ein Apartment ist nichts anderes als eine Ferienwohnung. Der Clou einer solchen Unterkunft ist, dass dort SELBSTVERPFLEGUNG herrscht und man für zusätzlichen Service bezahlen muss.

Möchte man das Apartment täglich gereinigt haben? Gerne. Gegen einen gewissen Unkostenbeitrag wird die Geschäftsleitung dies sicherlich veranlassen.

Möchte man sich des Mülles entledigen? Vor dem Haus oder im Hof stehen Mülltonnen. Da kann man die Reste entsorgen.

Besteht der Wunsch nach einem Frühstück? Selber machen oder in das nächstgelegene Café gehen. Dort bekommt man sicherlich ein wundervolles Frühstück.

Eine Ferienwohnung oder ein Apartment ist nur eine möblierte Unterkunft, die man für einen bestimmten Zeitraum mieten kann. Handtücher, Toilettenpapier, Speisen, Getränke und alles weitere hat man mitzubringen. Dafür ist der Vermieter nicht zuständig. Wer dies nicht möchte, sollte sich lieber ein Hotelzimmer für seinen Urlaub buchen. Dort ist auch der gewünschte Service im Preis inbegriffen.

In diesem Sinne: Vor der Buchung genau überlegen, was man für Anforderungen an eine Unterkunft stellt.

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 10. Januar 2014, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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