Reisevorbereitungen

Reisevorbereitungen

Seit Wochen bin ich auf der Suche nach der perfekten Urlaubsreise. Es soll Ende August nach London gehen. Nicht weiter aufregend, denn da fahre ich ständig hin. Aber bei dieser Reise ist alles anders. Sie wird länger als drei Tage dauern und Sohnemann begleitet mich das erste Mal in meine Lieblingsstadt. Und da gilt es, den perfekten Flug und die perfekte Wohnsituation zu finden.

Wenn ich alleine in London unterwegs bin, ist mir die Unterkunft so ziemlich wurscht. Da habe ich ein paar Hotels, die ich immer wieder ansteuere. Alles sehr einfache, aber strategisch günstig liegende Objekte. Das Motto lautet dabei immer: Back too the Roots. Schließlich schlafe ich da nur und bringe mein schwer verdientes Geld lieber bei einem tollen Einkauf unter die Leute, als dieses in irgendein pompöses Hotelzimmer zu investieren. Die Zimmer sind dann zwar immer winzig klein, das Bad eine Zumutung und über das Frühstück will ich gar nicht erst Worte verlieren…. Alles egal, ich esse dort eh nicht sondern gehe lieber lecker in einem schönen Café frühstücken.

Doch nun ist Sohnemann im Gepäck. Und da fallen einige Dinge in die Kategorie „hier muss was beachtet werden“. Das geht schon beim Flug los. Sein Erster. Da kann es nicht wie gewöhnlich die erste Maschine am Tag sein, denn wir müssen nach Berlin zum Flughafen. Und ihn morgens halb drei aus dem Bett prügeln, weil unser Transport Richtung Flughafen vor der Tür wartet, verspricht keinen guten Start in einen entspannten Urlaub. Also erst die Mittagsmaschine. Was uns zwar ein paar wertvolle Stunden in London kosten wird, aber Schwamm drüber. Dafür bleiben wir länger. Und dann das Thema Unterkunft. Was nehmen wir da am besten? Ein Hotel? Ein Apartment? Wie viel Sterne? Very Britisch oder Modern? Buche ich über Internet oder doch im guten alten Reisebüro?

Ich kann euch sagen, mir qualmt der Kopf vom vielen hin- und her überlegen und durchkalkulieren. Sohnemann schläft früh gerne ein paar Minuten länger. Eine tolle Sache, denn Mutti ist im Urlaub auch nicht schon 7 Uhr auf den Beinen. Ein Apartment wäre darum ganz toll, da man dort Selbstverpflegung hat und so lange schlafen kann wie man möchte. Mit eigener Küche und allem drum und dran. Und was bei den von mir favorisierten Apartments noch toll ist, ist der Eichenfussboden. Denn Sohnemann ist Allergiker. Da freue ich mich über jede teppichfreie Zone. Leider sind die Apartments im bezahlbaren Bereich sehr klein. Bett, Schrank, Singleküche, fertig. Kein Platz zum Spielen. Und wenn das Wetter mal nicht so toll sein sollte…. In einem meiner sonst bevorzugten Hotels kann man eine Suite mieten. Klingt auf jeden Fall größer. Hat aber wiederum den Nachteil, dass man keinen Kühlschrank hat, um sich selbst zu versorgen. Dafür einen kleinen Balkon und den verhassten Teppichboden. Balkon – toll, Teppichboden – mist. Beide Angebote sehr günstig gelegen. Drei Supermärkte, etliche Restaurants, zwei U-Bahn Stationen, der Spielplatz samt Kensington Gardens – alles praktisch vor der Tür.

Nun heißt es, alle Vor- und Nachteile abzuwägen und die richtige Entscheidung zu treffen. Beide Angebote kann ich über das Internet und auch über das Reisebüro buchen. Vom Preis her ist fast kein Unterschied zu finden. Dafür kann ich im Internet bis 24 Stunden vor Reiseantritt kostenlos stornieren. Was mich eher zum Internet tendieren lässt.

Ihr seht, Mutti muss sich noch viele Gedanken machen, um den perfekten Urlaub mit meinem kleinen Süßen verbringen zu können.

In diesem Sinne: Es rattert und rattert in meinem Kopf…

Eure Anna

Über Anna Miller

Mein Name ist Anna Miller, ich bin Baujahr 1974. Meine Kindheit und Jugend verbrachte ich wohlbehütet unter der Fahne des Arbeiter- und Bauernstaates. Ich war Mitglied bei den Jung- und Thälmannpionieren, um dann nahtlos in die FDJ zu wechseln. Dort schaffte ich es bis in die GOL und kümmerte mich um die Feriengestaltung unserer Hortkinder und die Organisation diverser Kinder- und Jugendfeste. Um gleich etwaige Vorurteile aus dem Weg zu räumen: Dies hatte nichts mit Parteiarbeit oder ähnlichem zu tun. Damals war es noch üblich, dass auch in den Ferien die Kinder der unteren Klassenstufen in der Schule betreut werden. Zu meinen Aufgaben zählte zum Beispiel die Organisation von Schwimmbad- und Kinobesuchen, Bastelnachmittagen und ähnlichen Aktionen. Da mit dem Ende meiner Schulzeit auch Schluss mit dem Arbeiter- und Bauernstaat war, musste ich mich mit der harten Realität des Kapitalismus auseinander setzen und mir eine Lehrstelle suchen. Die Zeiten, in denen davon genug zur Verfügung standen, fein säuberlich aufgelistet in einer Broschüre die sich „Lehrstellenverzeichnis“ nannte, gehörten nämlich ebenfalls der Vergangenheit an. Aber ich hatte Glück. Durch alte „Beziehungen“, konnte ich eine Lehre zum Augenoptiker ergattern und absolvieren. Nicht mein Traumberuf, aber es war ein Beruf und ein Start in das vor mir liegende Leben. Nach Beendigung meiner Lehre war ich 10 Jahre in diesem Beruf tätig. Da Arbeiten aber nicht alles ist, was ein Leben so ausmacht, beschloss ich, mich nebenbei der Familienplanung zu widmen. Und wie es so ist mit dem planen – nicht alles klappt auf Anhieb. Geklappt hatte es erst, nachdem sich der potenzielle Vater meines nun inzwischen schulpflichtigen Sohnes entschloss, seine Familienplanung noch etwas auf Eis zu legen. Das Ende vom Lied: Ich bin eine alleinerziehende Mutti, die sich um ein kleines Sorgenkind kümmern muss. Der liebe Gott hat es mit meinem Sohn leider nicht ganz so gut gemeint und ihm einige Krankheiten mit auf den Weg gegeben. Unter anderem eine Entwicklungsstörung, die nach viel Förderung in verschiedenen Bereichen verlangt. Der Vater meines Sohnes beteiligt sich am Leben seines Kindes fast ausschließlich in Form der ihm gesetzlich vorgeschriebenen finanziellen Unterstützung. Durch die fast täglichen Termine mit meinem Sohn bei diversen Therapeuten und Frühförderstellen war es mir nach der Elternzeit nicht mehr möglich, in meinen alten Beruf zurück zu kehren. Ein kleines - noch dazu krankes - Kind und die Arbeitszeiten im Handel lassen sich einfach nicht miteinander vereinbaren. Und somit entschied ich mich, in die Selbständigkeit zu wechseln. Für mich damals die einzige Möglichkeit, nicht von Hartz IV leben zu müssen. Ich träumte von Heimarbeit, die ich notfalls auch dann machen konnte, wenn Sohnemann krank ist oder schläft. Büroorganisation und Telefonservice war das, was mir vorschwebte. Was mir angeboten wurde, war ein bunter Strauß voll Betrügereien und Abzockereien. Ich hatte nun inzwischen schon einiges in meinem Leben mitgemacht und erlebt, aber was ich während dieser Zeit an Niederträchtigkeit und Skrupellosigkeit erleben musste, sprengt glaube ich jede Vorstellungskraft. Weil die Zahlungsmoral meiner Kunden teilweise genau so schlecht war wie ihre Absichten und durch zusätzliche private Schicksalsschläge, musste ich mein Leben neu überdenken und ordnen. Da ich schon immer sehr gerne geschrieben und gelesen habe, war für mich der Zeitpunkt gekommen, mein Hobby zum Beruf zu machen. Wobei der Begriff „Beruf“ das falsche Wort ist. Für mich ist es viel mehr. Es ist meine Berufung. Schreiben ist genau das, was mir Spaß macht, wo ich mit Freude dabei sein kann und was mich und mein Leben am ehesten widerspiegelt. Eine Ausbildung in dieser Richtung habe ich nicht. Ich bin der Meinung, dass man Kreativität und/oder Talent nicht antrainiert bekommen kann. Entweder man hat es, oder eben nicht. So etwas muss von Herzen kommen, man muss eine Verbindung eingehen können. Man muss es leben und fühlen. Und ich glaube, dass ich dies recht intensiv mache. Und somit schreibe ich Artikel in unterschiedlichsten Längen für Zeitungen und Zeitschriften, übernehme Auftragsarbeiten und stehe auch als Texter und Skriptschreiber zur freien Verfügung. Wer in dieser Richtung Aufträge zu vergeben hat, darf sich gerne an mich wenden. Eine Kontaktaufnahme ist über anna-miller(at)o2online.de möglich.

Veröffentlicht am 3. Mai 2015, in Home. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 5 Kommentare.

  1. Ich kann das gut verstehen. Fahre ich doch auch am Liebsten „back to the roots“. Ich wünsche euch eine nette Behausung mit allem was das Kinderherz begehrt

  2. Hallo liebe Anna, jetzt wird es höchste Zeit, dass die ’stumme‘ Leserin endlich mal ihr Schweigen bricht. 🙂 Dein Blog gefällt mir sehr gut. Nicht nur weil da einige Gemeinsamkeiten zwischen Dir und meiner Ältesten sind. 🙂 Das Dir der Kopf bei Deinen Reisevorbereitungen qualmt, kann ich gut verstehen. So eine Reise mit kleinen Kindern ist ja auch immer ein Abenteuer – egal ob „back-to-the-roots“ oder „first class“. Ich hoffe Du findest für Deinen Sohn und Dich Richtige. Ich liebe London – muß ich unbedingt auch mal wieder hin.
    Herzliche Grüße – Grethe

  3. liebe stumme leserin,
    es freut mich sehr, wenn es dir bei mir gefällt. hach, london ist einfach meine traumstadt. und sohnemann mein ein und alles. es ist nicht immer leicht, das leben alleine zu meistern. aber ich sage immer: man muss es einfach leicht nehmen, denn sonst macht man sich selbst kaputt.

    liebe grüße
    anna

  4. Ja, ich weiß und kann es gut nachempfinden. Bekomme es seit 10 Jahren ganz aus der Nähe mit. Denn auch in diesem Punkt bestehen Gemeinsamkeiten. Bin froh dass ich in der Nähe bin und falls nötig meiner Tochter auch mal zur Seite stehen kann.
    Gruß – Grethe

  5. liebe grethe,
    da hat deine tochter aber viel glück. meine eltern wohnen zwar auch in der nähe, sind aber beide voll berufstätig und haben dementsprechend wenig zeit. sie helfen aber trotzdem, wo es geht. und wenn es nur mit ein paar aufmunternden worten ist.
    liebe grüße
    anna