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Walking in my Shoes

Die Vita ist das Aushängeschild eines jeden Menschen…

Quelle: Walking in my Shoes

So wird das nichts

Lange ist es her, dass ich mich in Form von einem Blogbeitrag zu Wort gemeldet habe. Zu viele Dinge haben sich seitdem ereignet und ich hatte mit meiner Arbeit und nicht zuletzt auch mit meinem persönlichen Umfeld so viel zu tun, dass einfach keine Zeit blieb für einen wohlklingenden und unterhaltsamen Beitrag.

Was natürlich nicht bedeutet, dass mich all die Dinge, die aktuell geschehen nicht mehr bewegen oder zum Nachdenken anregen. Ganz im Gegenteil. Was politisch gesehen aktuell vonstatten geht, macht mir mehr als Sorgen und wird vom mir detailliert beobachtet. Trotz alledem möchte ich mich heute erst einmal mit einem Thema beschäftigen, was mir in meinem nahen Umfeld ins Auge gesprungen ist, aber auch viele andere Menschen betrifft und eine große Ungerechtigkeit darstellt.

Ich habe eine nahe Bekannte, die sich in einer Beschäftigung befindet, welche nicht ausreichend Geld hervorbringt, um davon einigermaßen ordentlich leben zu können. Sie bezieht daher zusätzlich zu ihrem Einkommen Hartz IV, was erschreckend und gleichzeitig auch traurig ist. Denn es handelt sich um eine liebenswerte alleinerziehende Mama, die trotz fundierter Ausbildung, vielen Weiterbildungen und dem stetigen Willen zur Arbeit nicht von ihrer Hände Arbeit leben kann.

Um es genau zu sagen: Die junge Dame, von der ich rede, ist Lohnbuchhalterin. Ein Beruf, der durchaus achtbar ist und Wissen sowie eine gewisse Leistungsbereitschaft voraussetzt. Neben ihrer Bürotätigkeit unterrichtet sie erwachsene Menschen, die auf eine Wiedereingliederung ins Berufsleben vorbereitet werden. Auch hier kann man durchaus von einer verantwortungsvollen Aufgabe sprechen, die eigentlich nach einer ordentlichen Entlohnung verlangt. Trotz alledem kann sie nicht von dem Geld leben, welches sie erarbeitet, da es schlichtweg unter dem Existenzminimum liegt.

Da sie Geld vom Arbeitsamt bekommt, haben die Damen und Herren dieser Einrichtung sie natürlich auch auf dem Zettel. Permanent wollen sie sie in einen anderen Job vermitteln, damit sie aus der Bedürftigkeit herausfällt. Auch wenn sie ihren Job und die damit verbundenen Tätigkeiten sehr liebt, würde sie bei einem lohnenswerten Angebot auch den Arbeitgeber wechseln, schließlich muss sie auch an ihr Kind denken, welches Wünsche hat, die es zu erfüllen gilt.

Das Arbeitsamt bietet ihr jedoch nur Stellen an, bei denen ein Stundenlohn von 8,50 Euro ausgelobt wird. Also genauso viel, wie sie aktuell auch verdient. Hinzu kommt, dass einige der Stellen noch nicht einmal direkt vor Ort sind und sie somit auch noch Spritkosten zahlen müsste.

Als sie dies bei ihrem Sachbearbeiter beim Arbeitsamt angemerkt hat, konnte dieser sie gar nicht verstehen. Sie soll doch erst einmal eine solche Stelle annehmen und dann schauen, was daraus wird. Meine Bekannte hat daraufhin geantwortet, dass sie sehr genau weiß, was daraus wird. Denn als Lohnbuchhalterin weiß sie nun einmal, was bei einem Stundenlohn von 8,50 Euro übrig bleibt. Obendrein weiß sie, dass zum Beispiel Fahrgeld vom Arbeitsamt nur für 6 Monate gezahlt wird. Im Anschluss müsste sie diese Kosten selbst tragen, was dazu führen würde, dass sie noch weniger Geld zur Verfügung hätte, als aktuell.

Der Einwand des Sachbearbeiters, dass sie die Fahrtkosten beim Finanzamt geltend machen könnte, konnte meine Bekannte auch gleich widerlegen, da sie bei einem solch geringen Einkommen keine ausreichenden Steuern zahlen würde, um beim Finanzamt die Fahrtkosten in Rechnung stellen zu können.

Das Ende der Geschichte: Sie muss sich trotz alledem bei der ihr vorgeschlagenen Stelle bewerben, obwohl für sie keine Verbesserung eintreten würde. Da muss man sich zwangsläufig fragen, ob es beim Arbeitsamt nur noch um die Quote geht, oder ob vor der Vermittlung auch einmal das Gehirn eingeschaltet wird. Ferner sollten Arbeitgeber, die eine qualifizierte und ausgebildete Person für den Mindestlohn einstellen, eine ordentliche Strafe bekommen. Denn es kann nicht sein, dass eine Fachkraft genauso viel Geld verdient wie eine ungelernte Kraft, die Hilfsarbeiten erledigt.

In diesem Sinne: Es gibt eine Menge Ungerechtigkeit in diesem schönen Land.

Eure Anna

Einmal Kopfschütteln und zurück

Einmal Kopfschütteln und zurück

Ich durfte oder musste heute Zeuge einer sehr seltsamen Begebenheit werden. Denn ich nahm an einer Kuratoriumssitzung  teil, welches die Aufgabe hat, sich für unsere jüngsten Mitbürger einzusetzen. Es ging um unsere Kinder, wie man ihre Entwicklung fördern kann und wie es möglich ist, ihnen eine gute Zukunft zu bieten.

Soweit so gut. Aber was dort abging, hat mich an einen Kindergartentag erinnert. Wobei dieser Vergleich eigentlich eine Beleidigung für die Kinder ist. Es war zu Fremdschämen. Erwachsene Menschen haben sich bei dieser Veranstaltung über Themen gestritten, für die man im normalen Fall keinen Gedanken verschwendet.

Es ging um Kinderkram, um fehlende Information und Kommunikation. Ich kam mir vor, als ob man sich dort darum stritt, wer das Förmchen aus dem Sandkasten kaputt gemacht hat.

Und statt nach einer schnellen und vor allen Dingen unkomplizierten Lösung zu suchen, wurde diskutiert, was die andere Seite in der Vergangenheit angeblich falsch gemacht hat. Das Jugendamt warf dem Kuratorium falsches Verhalten vor und umgekehrt.

In unserer heutigen Zeit, in der es unzählige Möglichkeiten zur Kommunikation gibt, sollte dies kein Streitthema sein. Für mich hat das was mit Faulheit und falschen Ausreden zu tun.

Ich kann nur abschließend folgendes sagen: Wenn ich so arbeiten würde, wie dieses Kuratorium und die zuständige Stelle des Jugendamtes, wäre ich längst Pleite. Und wenn ich mich mit solchen Themen rumschlagen würde, hätte ich bereits meinen ersten Herzinfarkt weg.

In diesem Sinne: Das Zauberwort heißt „effektives Arbeiten“. Man sollte sich auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren. In diesem Fall auf die Kinder und sich nicht an Kleinigkeiten aufhängen.

Anna Miller

 

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Das schmeckt viel besser…

Das schmeckt viel besser

Ich will zu MC Donalds. Es ist Freitag 12 Uhr. Zwischen mir und meinem Sohn ist gerade eine Diskussion im Gange (die gefühlte 38. an diesem Tag), wo wir unser Mittagsmahl einnehmen sollen. Er will Fastfood – ich bin dagegen. Erstens ist heute nicht Montag und zweites kann ich das Essen einfach nicht mehr sehen.

Darum schlage ich meinem Sohnemann vor, das ich ihm auch zu Hause ein paar tolle Chicken Nuggets machen kann. “Die sind aber nicht so weich und so weiß wie bei MC Donalds” bekomme ich als Antwort. “Das stimmt. Sie sind nämlich besser.” kontere ich.

Mein Sohn überlegt und will gerade zur nächsten Nörgelattacke ansetzen, als ich strategisch genau im richtigen Moment die Barbecue Soße ins Spiel bringe. “Ich habe auch deine Lieblingssoße für dich. Ganz wie bei MC Donalds.” Ui, die Augen meines Sohnes scannen die Küchenzeile ab. “Zeig mal, ob das auch wirklich die Gleiche ist.” Aus meinem Reservelager zaubere ich zwei original MC Donalds Barbecue Schälchen. Die habe ich in weiser Voraussicht für genau solche Einsätze dort irgendwann mal mitgenommen.

“Ok, dann mach die Nuggets aber nicht so groß und ich will im Wohnzimmer essen”, sind die letzten Worte, die ich von meinem Sohn zu hören bekommen.

Gott sei Dank. Der Geldbeutel und mein Magen sind geschont.

In diesem Sinne: Allen einen Guten Appetit.

Eure Anna

Schuld sind immer die „Anderen“

Schuld sind immer die „Anderen“

Neulich führte ich wieder einmal ein Gespräch mit einer jungen Mutti, das mich sehr zum Nachdenken anregte. Nicht etwa über den Inhalt des Gespräches, nein, solche Themen sind mir inzwischen wohl bekannt. Sondern über die Naivität, Gutgläubigkeit und auch Faulheit einiger Menschen.

Es ging mal wieder um das leidliche Thema Hartz IV. Die Mutti, der ich zum inzwischen wiederholten Male versuche zu helfen, kämpft seit Monaten mit dem Jobcenter. Es geht um falsche Bewilligungsbescheide, angeblich zu wenig Geld….das ganze Programm.

Ihrer Meinung nach ist die Beantragung von Hartz IV viiieeelll zu aufwendig. Ach ja, und der ganze Papierkram immer. Was die dort alles wissen wollen. Das geht die doch gar nichts an. Die sollen endlich zahlen und mich in Ruhe lassen. Immerhin sind die dazu verpflichtet. So die Meinung der jungen Dame.

Mich persönlich macht solch eine Einstellung sehr traurig und auch wütend. Denn niemand ist verpflichtet, ihr das Geld hinterher zu werfen. Und schon gar nicht, wenn es um Geld der Allgemeinheit geht. Wenn andere von ihrem Verdienst etwas an den Staat abgeben, um anderen, die keine Einkünfte haben, ein einigermaßen lebenswertes Leben ermöglichen zu können, dann darf das Jobcenter vor Vergabe der Mittel auch Fragen nach der momentanen finanziellen Situation stellen. Und das sehr gründlich. Wenn ihr das nicht passt, muss sie sich einen Job suchen.

Ich bin sonst nicht so hart mit Hartz IV Empfängern. Wer auf eine finanzielle Unterstützung angewiesen ist, soll diese auch bekommen. Aber in dem Fall der jungen Mutti liegen die Fakten ein wenig anders. Denn sie ist eigentlich nur zu faul (ja, zu faul) um arbeiten zu gehen. Als gelernte Frisörin hat sie bereits viele Stellen angeboten bekommen. Die gefielen ihr aber nicht. Entweder hat ihr der Laden nicht gefallen oder die Chefin war zu alt. Und so hat sie ihre Bewerbungen so formuliert, dass selbst der letzte Frisör sie nicht einstellen wollte.

Nun jammert sie rum, dass sie angeblich viel zu wenig Hartz IV bekommt. Und das auch nur als Darlehen, bis alle Unterlagen komplett beim Amt eingegangen sind. Von den paar „Kröten“ kann doch keiner Leben. Die müssen sich verrechnet haben. Da ich mich inzwischen ein wenig mit solchen Bescheiden auskenne, habe ich mir erlaubt, einen Blick auf ihren zu werfen. Und ich muss sagen, es fehlte wirklich etwas. Nicht viel, nur ein paar Euro, aber immerhin. Also riet ich ihr, in Widerspruch zu gehen und diesen PERSÖNLICH im Jobcenter abzugeben. Im gleichen Atemzug hätte sie nämlich mit der Leistungsabteilung sprechen können und die Korrektur wäre sofort vorgenommen wurden.

Was hat sie gemacht? Sie hat es per Post hingeschickt, weil sie keine Lust hatte, da persönlich „hinzulatschen“. Außerdem sind die vom Amt schuld, dann sollen die sich gefälligst auch darum kümmern. Mal sehen, wie lange das dauert.

In diesem Sinne: solchen Leuten sollten die Bezüge komplett gestrichen werden. Wer gesund ist, angebotene Jobs auf diese niederträchtige Art ablehnt und dann noch gut leben möchte, muss bestraft werden. Denn würde sie kein Geld bekommen, hätte sie ganz schnell einen neuen Job.

Eure Anna

„Fiona, komm her“

„Fiona, komm her“

… leider ist Fiona nicht in der Lage, ihrer Mutter diesen Gefallen zu tun. Nein, Fiona randaliert weiter, schmeißt mit Büchern und Autos herum, kreischt und nervt alle anderen Anwesenden. Mutti ruft weiter. Wahrscheinlich das, was sie unter Erziehung versteht. Denn sie scheint nicht in der Lage zu sein, ihrer dreijährigen Tochter aus nächster Nähe ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Lieber ermahnt sie diese aus sicherer Entfernung und lässt der Zerstörungswut der Kleinen freien Lauf.

Erst als Fiona das offene Fenster entdeckt, welches der Kleinen augenscheinlich die Möglichkeit bietet, sich aus dem Staub zu machen, sieht ihre Mutter Handlungsbedarf. Sie müht sich aus ihrer sicheren Ecke und geht mit wüsten Drohungen auf ihre Tochter zu. Diese lacht laut und freut sich, dass sie die Aufmerksamkeit ihrer Mutter nun doch endlich erzwungen hat.

Wo ich das erlebt habe? Oh, ich erlebe es gerade. Bei der Frühförderung. Und es beweist mir mal wieder sehr anschaulich, wie viele unserer Kinder in der heutigen Zeit vernachlässigt werden. Wie wenig Aufmerksamkeit und Erziehung ihnen gegönnt wird. Vielleicht sollte man diesen Müttern anbieten, doch einfach ihre Kinder abzugeben. Ein wirkliches Interesse an ihnen scheint auf jeden Fall nicht zu bestehen. Noch nicht einmal in solch einer Institution wie der Frühförderung, wo genauestens geschaut wird, wie die Eltern mit den Kindern umgehen.

 

In diesem Sinne: Arme Kinder.

 

Eure Anna

 

Wenn Du noch eine Mutter hast…

Mutterlied

Ich möchte euch heute aus gegebenem Anlass ein wenig Lyrik näher bringen. Eigentlich ist es ein Gedicht. Mein Opi hat es immer auf Familienfeiern gesungen. Als Lied war es stets der größte Wunsch aller Anwesenden. Gerne zu fortgeschrittener Stunde, damit es auch so richtig schön ans Herz geht. Denn dieses Lied (oder Gedicht) hat selbst dem coolsten Zeitgenossen eine Träne ins Knopfloch gezaubert. An seinem 92. Geburtstag hat er es das letzte Mal gesungen. Tagelang hatte er geübt, damit die Finger auch geschmeidig genug waren, um auf seiner Klampfe ein paar Töne dazu zu spielen. 2 Monate später ist er friedlich eingeschlafen. Das Lied hat seither niemand mehr gesungen. Ich finde es sehr schade.  Da ich nicht singen kann, hier nur der Text.

Wenn Du noch eine Mutter hast

Wenn Du noch eine Mutter hast
so danke Gott und sei zufrieden
nicht allen auf dem Erdenrund
ist dieses hohe Glück beschieden.
 
Sie ist Dein Sein, sie ist Dein Werden
sie ist Dein allerhöchstes Gut
sie ist Dein größter Schatz auf Erden
der immer Dir nur Gutes tut.
 
Sie hat vom ersten Tage an
Für dich gelebt, in bangen Sorgen
sie brachte abends dich zur Ruh
und weckte küssend dich am Morgen.
 
Und warst Du krank, sie pflegte Dich
die Dich in tiefem Schmerz geboren
und gaben alle Dich schon auf
die Mutter gab Dich nie verloren.
 
Wenn Du noch eine Mutter hast
dann sollst Du sie in Liebe pflegen
dass sie dereins ihr müdes Haupt
in Frieden kann zur Ruhe legen.
 
Und hast Du keine Mutter mehr
und kannst Du sie nicht mehr beglücken
so kannst Du doch ihr frühes Grab
mit frischen Blumenkränzen schmücken.
 
Ein Muttergrab, ein heilig Grab!
Für Dich die ewig heil´ge Stelle!
Oh, wende Dich an diesen Ort,
wenn Dich umtobt des Lebens Welle.
 
 
Friedrich Wilhlem Kaulisch (1827-1881)

In diesem Sinne: Mir fehlen ausnahmsweise mal die Worte.

Eure Anna

Reisevorbereitungen

Reisevorbereitungen

Seit Wochen bin ich auf der Suche nach der perfekten Urlaubsreise. Es soll Ende August nach London gehen. Nicht weiter aufregend, denn da fahre ich ständig hin. Aber bei dieser Reise ist alles anders. Sie wird länger als drei Tage dauern und Sohnemann begleitet mich das erste Mal in meine Lieblingsstadt. Und da gilt es, den perfekten Flug und die perfekte Wohnsituation zu finden.

Wenn ich alleine in London unterwegs bin, ist mir die Unterkunft so ziemlich wurscht. Da habe ich ein paar Hotels, die ich immer wieder ansteuere. Alles sehr einfache, aber strategisch günstig liegende Objekte. Das Motto lautet dabei immer: Back too the Roots. Schließlich schlafe ich da nur und bringe mein schwer verdientes Geld lieber bei einem tollen Einkauf unter die Leute, als dieses in irgendein pompöses Hotelzimmer zu investieren. Die Zimmer sind dann zwar immer winzig klein, das Bad eine Zumutung und über das Frühstück will ich gar nicht erst Worte verlieren…. Alles egal, ich esse dort eh nicht sondern gehe lieber lecker in einem schönen Café frühstücken.

Doch nun ist Sohnemann im Gepäck. Und da fallen einige Dinge in die Kategorie „hier muss was beachtet werden“. Das geht schon beim Flug los. Sein Erster. Da kann es nicht wie gewöhnlich die erste Maschine am Tag sein, denn wir müssen nach Berlin zum Flughafen. Und ihn morgens halb drei aus dem Bett prügeln, weil unser Transport Richtung Flughafen vor der Tür wartet, verspricht keinen guten Start in einen entspannten Urlaub. Also erst die Mittagsmaschine. Was uns zwar ein paar wertvolle Stunden in London kosten wird, aber Schwamm drüber. Dafür bleiben wir länger. Und dann das Thema Unterkunft. Was nehmen wir da am besten? Ein Hotel? Ein Apartment? Wie viel Sterne? Very Britisch oder Modern? Buche ich über Internet oder doch im guten alten Reisebüro?

Ich kann euch sagen, mir qualmt der Kopf vom vielen hin- und her überlegen und durchkalkulieren. Sohnemann schläft früh gerne ein paar Minuten länger. Eine tolle Sache, denn Mutti ist im Urlaub auch nicht schon 7 Uhr auf den Beinen. Ein Apartment wäre darum ganz toll, da man dort Selbstverpflegung hat und so lange schlafen kann wie man möchte. Mit eigener Küche und allem drum und dran. Und was bei den von mir favorisierten Apartments noch toll ist, ist der Eichenfussboden. Denn Sohnemann ist Allergiker. Da freue ich mich über jede teppichfreie Zone. Leider sind die Apartments im bezahlbaren Bereich sehr klein. Bett, Schrank, Singleküche, fertig. Kein Platz zum Spielen. Und wenn das Wetter mal nicht so toll sein sollte…. In einem meiner sonst bevorzugten Hotels kann man eine Suite mieten. Klingt auf jeden Fall größer. Hat aber wiederum den Nachteil, dass man keinen Kühlschrank hat, um sich selbst zu versorgen. Dafür einen kleinen Balkon und den verhassten Teppichboden. Balkon – toll, Teppichboden – mist. Beide Angebote sehr günstig gelegen. Drei Supermärkte, etliche Restaurants, zwei U-Bahn Stationen, der Spielplatz samt Kensington Gardens – alles praktisch vor der Tür.

Nun heißt es, alle Vor- und Nachteile abzuwägen und die richtige Entscheidung zu treffen. Beide Angebote kann ich über das Internet und auch über das Reisebüro buchen. Vom Preis her ist fast kein Unterschied zu finden. Dafür kann ich im Internet bis 24 Stunden vor Reiseantritt kostenlos stornieren. Was mich eher zum Internet tendieren lässt.

Ihr seht, Mutti muss sich noch viele Gedanken machen, um den perfekten Urlaub mit meinem kleinen Süßen verbringen zu können.

In diesem Sinne: Es rattert und rattert in meinem Kopf…

Eure Anna

Vor langer, langer, Zeit…

Vor langer, langer Zeit…

als Anna noch jung und dynamisch, kinderlos und fest angestellt war, arbeitete ich als Augenoptiker bei einer großen Warenhauskette. Die Bezahlung war gut und die Annehmlichkeiten, die man als Mitarbeiter einer solchen Kette hatte, waren auch nicht von der Hand zu weisen. Kurz gesagt, ich hätte es schlechter treffen können. Heute sieht das anders aus. Wer dort noch arbeitet, hat es ziemlich schlecht getroffen. Die Annehmlichkeiten gehören genauso der Vergangenheit an, wie die gute Bezahlung.

Aber damals…

Hier einfach mal ein paar lustige Episoden aus dieser Zeit.

Im Haus gab es eine Abteilungsleiterin, die in ihrer Abteilung nicht wirklich beliebt war. Es mag an ihrem autoritären Führungsstil gelegen haben. Eines Tages war sie auf der Toilette und hatte ausversehen ihren Rock hinten in die Strumpfhose gesteckt. Ein sehr lustiger Anblick. Einerseits fiel sie figurtechnisch nicht unter die Magermodels, andererseits konnte ihre Unterhose auch nicht mit den Modellen von Victoria Secret mithalten. Natürlich hatte niemand den Willen und den Mut, ihr von diesem kleinen Fauxpas zu erzählen und die unweigerlich folgenden peinliche Auftritte zu ersparen. Und wie es kommen musste: Sie ging in dieser Aufmachung in den Verkauf und sorgte dort für viel Gesprächsstoff. Bis ein Kunde sie auf ihren doch recht ungewöhnlichen Kleidungsstil hinwies. Dass sie mehr als sauer war, muss ich sicherlich nicht betonen.

Abteilungsleiterbesprechung im Haus: Alle saßen im Schulungsraum, es gab Häppchen und flüssige Köstlichkeiten. Die Häppchen waren unter anderem mit Ei garniert. Die damalige Ausbildungsleiterin hatte ein kleines Defizit im Bereich des Mundraumes. Ihre Zähne waren recht krumm, sodass sich dort gerne mal der ein oder andere Essensrest häuslich einrichtete. Das Unglück nahm seinen Lauf und es kam auch hier wie es kommen musste: Besagte Dame biss herzhaft in ihr Eihäppchen und das Ei „verhedderte“ sich in ihrem Zahnzwischenräumen. Sah nicht ganz so dolle aus. Und auch da hatte niemand den nötigen Respekt und Anstand, sie darauf hinzuweisen. Lieber wurde sich erst einmal köstlich darüber amüsiert. Außerdem hatte man dann zu Mittag auch ordentlich was zu erzählen.

Kennt ihr das auch? Man sieht bei Anderen irgendwas Peinliches und ganz unbewusst checkt man diese Stelle an sich selbst nach Fehlern ab? So geht es mir auf jeden Fall. Hosenstall, Krümel im Gesicht…

Und dann hätte ich noch Inez mit dem „S“ Sprachfehler. Leicht dominante Erscheinung mit Hang zum Damenbart und einem bösen zischen beim Sprechen. Ich habe immer gebetet, dass sie nicht zu mir kommt, wenn was mit ihrer Brille nicht stimmte. Denn das tat schon mächtig in den Ohren weh. Außerdem hat man immer automatisch auf diesen Flaum über der Oberlippe gestarrt. Und man weiß ja nie. Die Frau wog mindestens 20 kg mehr als ich…

Was darf natürlich in keinem Unternehmen fehlen? Die Liebschaften. Da wurde dann auch liebend gerne auf die sonst sehr geachteten Hierarchien verzichtet. Wenn irgendwo was ging, dann ging das auch. Egal wer da mit wem zu tun hatte. Gerne auch mal im Lager oder vor Geschäftsöffnung auf der Waschmaschine im Verkauf.

Um auch noch was Positives zum Schluss  anzumerken: Die Betriebsfeiern waren immer der Höhepunkt eines jeden Jahres. Die Geschäftsleitung ließ sich da nicht lumpen und stellte immer reichlich Geld für die Organisation zur Verfügung. Ob das jetzt noch so ist, bezweifle ich. Denn wie jeder weiß – die Zeiten ändern sich.

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt

Eure Anna

Ich hole Ihnen gleich einen runter…

Ich hole Ihnen gleich einen runter

Heute mal zur Einstimmung einen Witz (eigentlich ist es wirklich passiert) aus der Optikerwelt. Immer wieder gerne erzählt.

Stellt euch folgendes vor: Ein privates Optikergeschäft hier in Deutschland. Im Erdgeschoss die Verkaufsfläche, der Refrationsraum (Augenprüfung) und der Kontaktlinsenraum. Im Obergeschoss die Werkstatt und die Büros.

Der Lehrling (weiblich) alleine im Verkauf, als ein Mann das Geschäft betritt und eine neue Brille möchte. Dafür muss im Vorfeld eine Augenprüfung gemacht werden. Da dies der Lehrling nicht kann und darf, bittet sie den Kunden: „Nehmen Sie da hinten in der Ecke schon mal Platz, ich hole Ihnen gleich einen runter.“ Der Kunde antwortet schlagfertig: „Gerne, und wegen der Brille komme ich dann Morgen nochmal.“

Ich hoffe der ist nicht zu bäh für euch. Unter Optikern ist das ein Running Gag.

In diesem Sinne: Immer auf die Wortwahl achten.

Eure Anna

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