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So wird das nichts

Lange ist es her, dass ich mich in Form von einem Blogbeitrag zu Wort gemeldet habe. Zu viele Dinge haben sich seitdem ereignet und ich hatte mit meiner Arbeit und nicht zuletzt auch mit meinem persönlichen Umfeld so viel zu tun, dass einfach keine Zeit blieb für einen wohlklingenden und unterhaltsamen Beitrag.

Was natürlich nicht bedeutet, dass mich all die Dinge, die aktuell geschehen nicht mehr bewegen oder zum Nachdenken anregen. Ganz im Gegenteil. Was politisch gesehen aktuell vonstatten geht, macht mir mehr als Sorgen und wird vom mir detailliert beobachtet. Trotz alledem möchte ich mich heute erst einmal mit einem Thema beschäftigen, was mir in meinem nahen Umfeld ins Auge gesprungen ist, aber auch viele andere Menschen betrifft und eine große Ungerechtigkeit darstellt.

Ich habe eine nahe Bekannte, die sich in einer Beschäftigung befindet, welche nicht ausreichend Geld hervorbringt, um davon einigermaßen ordentlich leben zu können. Sie bezieht daher zusätzlich zu ihrem Einkommen Hartz IV, was erschreckend und gleichzeitig auch traurig ist. Denn es handelt sich um eine liebenswerte alleinerziehende Mama, die trotz fundierter Ausbildung, vielen Weiterbildungen und dem stetigen Willen zur Arbeit nicht von ihrer Hände Arbeit leben kann.

Um es genau zu sagen: Die junge Dame, von der ich rede, ist Lohnbuchhalterin. Ein Beruf, der durchaus achtbar ist und Wissen sowie eine gewisse Leistungsbereitschaft voraussetzt. Neben ihrer Bürotätigkeit unterrichtet sie erwachsene Menschen, die auf eine Wiedereingliederung ins Berufsleben vorbereitet werden. Auch hier kann man durchaus von einer verantwortungsvollen Aufgabe sprechen, die eigentlich nach einer ordentlichen Entlohnung verlangt. Trotz alledem kann sie nicht von dem Geld leben, welches sie erarbeitet, da es schlichtweg unter dem Existenzminimum liegt.

Da sie Geld vom Arbeitsamt bekommt, haben die Damen und Herren dieser Einrichtung sie natürlich auch auf dem Zettel. Permanent wollen sie sie in einen anderen Job vermitteln, damit sie aus der Bedürftigkeit herausfällt. Auch wenn sie ihren Job und die damit verbundenen Tätigkeiten sehr liebt, würde sie bei einem lohnenswerten Angebot auch den Arbeitgeber wechseln, schließlich muss sie auch an ihr Kind denken, welches Wünsche hat, die es zu erfüllen gilt.

Das Arbeitsamt bietet ihr jedoch nur Stellen an, bei denen ein Stundenlohn von 8,50 Euro ausgelobt wird. Also genauso viel, wie sie aktuell auch verdient. Hinzu kommt, dass einige der Stellen noch nicht einmal direkt vor Ort sind und sie somit auch noch Spritkosten zahlen müsste.

Als sie dies bei ihrem Sachbearbeiter beim Arbeitsamt angemerkt hat, konnte dieser sie gar nicht verstehen. Sie soll doch erst einmal eine solche Stelle annehmen und dann schauen, was daraus wird. Meine Bekannte hat daraufhin geantwortet, dass sie sehr genau weiß, was daraus wird. Denn als Lohnbuchhalterin weiß sie nun einmal, was bei einem Stundenlohn von 8,50 Euro übrig bleibt. Obendrein weiß sie, dass zum Beispiel Fahrgeld vom Arbeitsamt nur für 6 Monate gezahlt wird. Im Anschluss müsste sie diese Kosten selbst tragen, was dazu führen würde, dass sie noch weniger Geld zur Verfügung hätte, als aktuell.

Der Einwand des Sachbearbeiters, dass sie die Fahrtkosten beim Finanzamt geltend machen könnte, konnte meine Bekannte auch gleich widerlegen, da sie bei einem solch geringen Einkommen keine ausreichenden Steuern zahlen würde, um beim Finanzamt die Fahrtkosten in Rechnung stellen zu können.

Das Ende der Geschichte: Sie muss sich trotz alledem bei der ihr vorgeschlagenen Stelle bewerben, obwohl für sie keine Verbesserung eintreten würde. Da muss man sich zwangsläufig fragen, ob es beim Arbeitsamt nur noch um die Quote geht, oder ob vor der Vermittlung auch einmal das Gehirn eingeschaltet wird. Ferner sollten Arbeitgeber, die eine qualifizierte und ausgebildete Person für den Mindestlohn einstellen, eine ordentliche Strafe bekommen. Denn es kann nicht sein, dass eine Fachkraft genauso viel Geld verdient wie eine ungelernte Kraft, die Hilfsarbeiten erledigt.

In diesem Sinne: Es gibt eine Menge Ungerechtigkeit in diesem schönen Land.

Eure Anna

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